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Deutschland / Welt Osama bin Laden schaute „Cars“ und Häkelvideos
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11:56 03.11.2017
Osama bin Laden wurde 2011 von US-Spezialeinheiten getötet. Quelle: dpa
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Washington

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat ein umfangreiches Archiv mit Videomaterial und einem Tagebuch des 2011 getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden im Internet veröffentlicht. Das Datenmaterial umfasse etwa 470 000 Dokumente, teilte die CIA mit. Unter den Dokumenten sind auch private Videosammlungen, die Aufschluss über die Hobbys von bin Laden geben.

Der CIA zufolge ist das Material im Mai 2011 bei einer Kommandoaktion in Pakistan sichergestellt worden. Mitglieder einer Spezialeinheit überraschten den damals 54-Jährigen in einem Haus in der Stadt Abbottabad und töteten ihn. Bin Laden hatte das Terrornetzwerk Al-Kaida gegründet. Er gilt als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit etwa 3000 Toten in New York.

„Die heutige Veröffentlichung der Briefe, Videos, Audiodateien und anderem Material ermöglicht den US-Bürgern, einen tieferen Einblick in die Arbeit und Pläne der Terrororganisation zu bekommen“, sagte CIA-Direktor Mike Pompeo. Das gesamte Material von fast 550 Gigabyte können Nutzer herunterladen.

Trickfilme, Häkelvideos und eine Pornosammlung

Das Material ermöglicht auch Einblicke in das Privatleben des Terroristen. Unter anderem erfreute sich der einst meist gesuchte Terrorist der Welt an der Dokumentation „Where in the World is Osama bin Laden“ (Wo in aller Welt ist Osama bin Laden). Rückschlüsse auf seine Sehgewohnheiten lassen auch dessen Sammlung von Trickfilmen zu – wie „Antz“, „Chicken Little“, „Cars“ sowie die japanische Serie „Detective Conan“ auf Arabisch. Zur Sammlung des Terrorchefs gehörten auch Videoanleitungen zum Häkeln verschiedener Figuren wie einem Schmetterling. Außerdem befindet sich eine Pornosammlung in dem veröffentlichen Archiv.

Für die Forscher ist aber vor allem das Material von großem Interesse, das Rückschlüsse auf die Zusammenhänge in der islamistischen Szene zulässt. Die Experten um den Terrorismusexperten Thomas Joscelyn vom Politik-Institut Foundation for Defense of Democracies (FDD) durften bereits vorab das Archiv einsehen.

Dokumente beweisen Verbindung zwischen IS, Al-Kaida und dem Iran

Die Forscher konnten ihren Angaben zufolge erstmals beweisen, dass Osama bin Laden auch in seinen letzten Lebensjahren noch als Anführer der Terrororganisation fungierte – und damit nicht wie bisher vermutet aus eigenem Willen die Verantwortung abgab. Joscelyn ergänzte, die Dokumente bewiesen eindeutig, dass eine Verbindung zwischen dem Iran, der Terrormiliz Islamischer Staat und der Al-Kaida-Führung bestehe.

Auch Familienstrukturen um bin Laden könnten erstmalig klar aufgeschlüsselt werden. Die CIA veröffentlichte beispielsweise ein Hochzeitsvideo des Sohns Hamza bin Laden, von dem bisher nur Aufnahmen als Kind bekannt waren.

„Diese Dokumente sind entscheidend für das Verständnis der Geschichte Al-Kaidas und liefern neue Erkenntnisse über die Geschichte des Islamischen Staates und dessen Vorgänger-Organisationen“, sagt Joscelyn. Sein Kollege Bill Roggio ergänzt: „Das Material wird uns für Jahre beschäftigen.“

Von dpa/RND

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