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Deutschland / Welt Nordkorea soll bis zu 120.000 politische Gefangene festhalten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea soll bis zu 120.000 politische Gefangene festhalten
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10:01 30.05.2018
Die USA wirft dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un vor, über 80.000 politische Gefangene unter „entsetzlichen“ Umständen festzuhalten. Quelle: dpa
Washington

Die US-Regierung geht davon aus, dass das kommunistische Regime in Nordkorea zwischen 80.000 und 120.000 politische Gefangene in Lagern festhält. Diese Schätzung geht aus einem Bericht zur Religionsfreiheit im Jahr 2017 hervor, den das US-Außenministerium am Dienstag veröffentlichte. Einige der Gefangenen seien aus religiösen Gründen inhaftiert worden, heißt es darin. Die Bedingungen in den abgelegenen Lagern seien „entsetzlich“.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren auch immer wieder Ausländer festgenommen. Vor drei Wochen ließ das abgeschottete Regime drei US-Bürger frei. Das galt als Geste des guten Willens vor dem Treffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte den Gipfel in der vergangenen Woche abgesagt, die Vorbereitungen dafür wurden aber schon direkt danach wieder in Gang gesetzt.

15 Jahre Straflager wegen Plakat-Diebstahl

Der wohl Bekannteste Gefangene war der amerikanische Student Otto Warmbier, der den Staat im Jahr 2015 mit einer Reisegruppe besuchte. In 2016 wurde er festgenommen und zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Der Vorwurf: Straftaten gegen den Staat. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat geklaut haben. Daraufhin schaltete sich auch die US-Regierung ein und erreichte nach langen Verhandlungen schließlich die Überführung Warmbiers. Nach der Freilassung kam schließlich heraus, dass der junge Mann 15 von insgesamt 17 Monaten Haft im Koma lag – US-Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Er starb wenige Tage nach seiner Heimkehr.

Der US-Bürger Otto Warmbier wird in einem Gericht von zwei nordkoreanischen Polizisten eskortiert. Die nordkoreanische Regierung warf ihm Verbrechen gegen den Staat vor, weil er ein Plakat in einem Hotel abgehangen hat. Quelle: dpa

Nordkorea soll Schadsoftware gegen zahlreiche Länder einsetzen

US-Präsident hat vor einem möglichen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un auch weitere Vergehen des Staatschefs prüfen lassen. Daraus ergibt sich ein weiterer schwerwiegender Vorwurf gegen Kim: Seine Regierung soll mindestens neun Jahre lang mittels Cyberattacken auf amerikanische Behördennetzwerke sowie Luft- und Raumfahrt-, Finanz- und Medienunternehmen zugegriffen haben.

Durch die Attacken sollten Informationen gestohlen und Netzwerke manipuliert werden, teilten das FBI und das Heimatschutzministerium mit. Den Einschätzungen zufolge nutzen nordkoreanische Akteure des Cyber-Regierungsprogramms „Versteckte Kobra“ die Schadsoftware. Sie gelangten über IP-Adressen in die Netzwerke ihrer Opfer. Es sei wahrscheinlich, dass die Schadsoftware eingesetzt werde, um nicht nur in den USA, sondern weltweit Schaden anzurichten.

Trump und Kim verhandeln weiter über Gipfel

Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe gegen Kim Jong Un laufen die Verhandlungen über das Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und der USA. Der US-Präsident sei weiter „aktiv“ dabei, ein Gipfeltreffen mit Kim in Singapur vorzubereiten, bestätigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. Kim entsandte währenddessen einen hochrangigen Regierungsvertreter nach New York.

Nach dem ewigen Hin und Her zwischen US-Präsident Donald Trumo (links) und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kommen sie nun dem geplanten Gipfeltreffen einen Schritt näher: Kim hat einen Vertreter nach New York entsandt. Quelle: AP

Der US-Präsident hatte die Absage des Treffens in der vergangenen Woche mit feindseligen Äußerungen aus Pjöngjang begründet. Einen Tag später hatte er aber erklärt, dass die historische Begegnung doch noch wie ursprünglich geplant am 12. Juni oder später stattfinden könnte.

Japans Ministerpräsident zu Gast im Weißen Haus

Am 7. Juni wolle sich Trump mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Weißen Haus treffen, teilte Sanders mit. Trump hatte zuvor auf Twitter bekanntgegeben, dass der ranghohe nordkoreanische Regierungsvertreter Kim Yong Chol zu Gesprächen über einen Gipfel nach New York gereist sei.

Von RND/dpa/lf

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