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Deutschland / Welt Nord- und Südkorea wollen Zusammenarbeit ausbauen
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07:47 01.06.2018
Nord- und südkoreanische Delegierte kommen am 1. Juni in Panmunjom zu einem Treffen zusammen. Quelle: dpa
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Seoul

Nord- und Südkorea haben am Freitag wieder ranghohe Gespräche aufgenommen. Das Treffen im Grenzort Panmunjom solle dazu dienen, eine „positive Atomsphäre“ für einen geplanten Gipfel von Nordkorea und USA zu schaffen, sagte der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon. Zudem wolle man weiter daran arbeiten, die bei dem Gipfeltreffen im April vereinbarten Ziele umzusetzen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatten sich bei ihrem ersten Treffen in Panmunjom vage auf eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel und dauerhaften Frieden verständigt. Südkorea will am Freitag zudem über grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen und neue Begegnungen zwischen getrennten Familien reden. Auch Termine für geplante Militärgespräche und ein Treffen der Rot-Kreuz-Verbände beider Länder sollen besprochen werden, sowie die Einrichtung eines Verbindungsbüros in der nordkoreanischen Stadt Kaesong.

Treffen mit Trump nach wie vor möglich

Seoul sieht darin einen diplomatischen Durchbruch, der auch die Chancen auf erfolgreiche Atomverhandlungen von Trump und Kim erhöhen soll. Ursprünglich hatten die USA und Nordkorea ein Spitzentreffen der beiden für den 12. Juni in Singapur anberaumt. Der Termin stand aber zuletzt in der Schwebe, doch erklärte Trump kürzlich, ein Treffen sei nun doch möglich.

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Der Diktator Kim überrascht die Welt

Den Gesprächen der Delegationen in Panmunjom ging ein Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo und dem nordkoreanischen General Kim Yong Chol voraus. Dieser habe einen Brief von Kim Jong Un an Trump im Gepäck, den er am Freitag überreichen wolle, sagte Pompeo.

In den vergangenen drei Tagen sei „echter Fortschritt“ dabei erzielt worden, die notwendigen Bedingungen für ein Trump-Kim-Treffen in Singapur abzustecken, sagte Pompeo. Er wisse aber immer noch nicht, ob der Gipfel wie ursprünglich geplant am 12. Juni stattfinden werde.

Eine Nation und 65 Jahre Feindschaft: Der lange Weg zur Versöhnung

1948 – die Teilung Koreas wird besiegelt:Mit der japanischen Kapitulation endete 1945 die 35-jährige Kolonialherrschaft Japans in Korea. Die Siegermächte USA und Sowjetunion teilen Korea in zwei Einflusszonen auf: 1948 wird am 15. August im Süden die Republik Korea gegründet und am 9. September im Norden die Demokratische Volksrepublik Nordkorea ausgerufen. Erster Staatschef im Norden wird Kim Il Sung, der Großvater des heutigen Präsidenten Kim Jong Un.

1950 – der Koreakrieg beginnt:Im Juni stoßen nordkoreanische Truppen in den Süden vor. Der Weltsicherheitsrat verurteilt – ohne die UdSSR – Pjöngjang als Aggressor und stellt UN-Friedenstruppen unter US-Kommando auf. China entsendet eine Million „Freiwillige“ zur Unterstützung Nordkoreas. Erst im Juli 1953 beendet ein Waffenstillstandsabkommen den Krieg. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht. 1972 aber erklären beide Staaten gemeinsam die Wiedervereinigung zum Ziel.

1990 – vorsichtige Annäherung: Erstmals treffen im September die Regierungschefs beider Staaten zusammen. Vier Jahre später stirbt, nach 46-jähriger Herrschaft, der Diktator Kim Il Sung. Sein Sohn Kim Jong Il wird neuer Staatsführer. 1996 schlagen Südkoreas Präsident Kim Young Sam und US-Präsident Bill Clinton Vierergespräche zwischen Nord- und Südkorea, den USA und China vor. Diese werden in New York und Genf abgehalten.

1998 – Sonnenscheinpolitik und Feuergefechte:In seiner Antrittsrede spricht der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung von Aussöhnung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Ziel der Wiedervereinigung („Sonnenscheinpolitik“). Wegen immer neuer Scharmützel enden Friedensverhandlungen ergebnislos. Im Jahr 2000 werden immerhin „vertrauensbildende Maßnahmen vereinbart“ und ein Verbindungsbüro eröffnet.

2002 – die Atomkrise nimmt ihren Anfang:Die USA legen Beweise für ein verdecktes Programm Nordkoreas zur Urananreicherung vor. Pjöngjang tritt im Januar 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die USA, Südkorea, China, Japan und Russland verhandeln mit dem Diktator. Doch Nordkorea erklärt 2005, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben und sich auf unbestimmte Zeit aus den Sechs-Länder-Gesprächen zurückzuziehen.

2017 – die Welt in Angst:Beim sechsten Atomwaffentest zündet Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe. Schon 2006, als Pjöngjang den ersten unterirdischen Atomtest startete, hatten die UN Sanktionen verhängt, die nach weiteren Tests in den Folgejahren immer wieder verschärft werden. Der Dritte in der Kim-Dynastie, Kim Jong Un, provoziert seit 2011 – und lenkt im April 2018 überraschend ein.

Von RND/AP

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