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Deutschland / Welt Nato ist wegen Gift-Anschlag auf Ex-Spion in Sorge
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nato ist wegen Gift-Anschlag auf Ex-Spion in Sorge
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08:50 14.03.2018
Die Polizei hatte die Unterstützung von Spezialeinheiten des Militärs angefordert und die Ermittlungen im Fall des vergifteten russischen Doppelagenten Skripal ausgeweitet. Quelle: dpa
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Brüssel

Die Nato hat sich im Fall des Nervengift-Anschlags in England gegen den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia zu Wort gemeldet. „Das Vereinigte Königreich ist ein hochgeschätzter Bündnispartner, und dieser Vorfall macht der Nato große Sorge“, heißt es in einer Mitteilung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der Nacht zu Dienstag. Die Nato sei mit den britischen Behörden wegen dieser Angelegenheit in Kontakt. „Der Einsatz von jeglichem Nervengas ist grauenhaft und vollkommen inakzeptabel.“

Sergej Skripal (66) und seine Tochter Yulia (33) waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie sind in kritischem Zustand. Insgesamt mussten 21 Menschen im Krankenhaus behandelt werden.

Beide Opfer wurden nach Angaben der britischen Premierministerin Theresa May durch einen Nervenkampfstoff vergiftet, der einst in der Sowjetunion produziert wurde. Für das Attentat sei „höchstwahrscheinlich“ Russland verantwortlich, sagte May.

Die Briten fordern eine Erklärung von Moskau

Bis Dienstagabend hat London Moskau eine Frist gesetzt, innerhalb derer sich Russland zu dem Nervengift-Anschlag äußern soll. Die beiden wurden nach Angaben von Premierministerin Theresa May durch einen Nervenkampfstoff vergiftet, der einst in der Sowjetunion produziert wurde. Moskau soll sich nun gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erklären. Russland wies die Vorwürfe am Montagabend barsch zurück.

Russland müsse umgehend zur Aufklärung beitragen, forderte May. Es gebe nur zwei mögliche Erklärungen für das Attentat: Entweder habe Moskau den Anschlag direkt ausgeführt oder die russische Regierung habe die Kontrolle über das Nervengift verloren und es sei in andere Hände gelangt, sagte May. Der russische Botschafter in London sei bereits in das Außenministerium einbestellt worden.

Die USA schließen sich der Regierung May an

US-Außenminister Rex Tillerson schloss sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag verantwortlich ist. „Wir haben volles Vertrauen in die Untersuchungen des Vereinigten Königreiches und seine Bewertung“, wurde Tillerson in einer Mitteilung seines Ministeriums in Washington zitiert. „Wir sind schockiert, dass Russland sich erneut in derlei Verhalten engagiert zu haben scheint“, fügte er hinzu.

Russische Vertreter sprechen von einer Zirkusnummer

Das russische Außenministerium sprach von einer „Zirkusnummer“ im britischen Parlament. „Es ist eine reguläre informationspolitische Kampagne, basierend auf Provokationen“, wurde Außenamtssprecherin Maria Sacharowa von der Agentur Tass zitiert.

Ein „absolutes Hirngespinst“ nannte Leonid Sluzki, Vorsitzender des Duma-Komitees für internationale Angelegenheiten, die Vorwürfe aus Großbritannien. „Die Position Londons bei der Ermittlung nach der Vergiftung Skripals spiegelt die jüngsten westlichen Trends: keine Beweise, aber für alles ist Russland schuldig.“ Als Grund für das Verhalten Londons wollte Sluzki nach russischen Medienberichten eine mögliche Beeinflussung der Präsidentenwahl nicht ausschließen.

Von dpa/AP/RND

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