Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Militärschlag gegen syrische Giftgasfabriken
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Militärschlag gegen syrische Giftgasfabriken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 17.04.2018
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben in der Nacht zu Sonnabend syrische Chemiewaffen-Ziele bombardiert Quelle: AP
Damaskus

Mit einem massiven Raketenangriff auf syrische Militäreinrichtungen reagierten Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten in der Nacht zum Sonnabend auf den völkerrechtswidrigen Einsatz von Giftgas. Nach Angaben des Pentagons wurden drei Ziele getroffen: zwei Militärstützpunkte in der Nähe von Homs und ein Forschungszentrum, das in die Produktion der Massenvernichtungsmittel eingebunden sein soll.

Mehrere Zivilisten leicht verletzt

Bei dem Angriff auf die Militärbasis im syrischen Homs hat es nach Angaben der syrischen Staatsmedien Verletzte gegeben. Zwar sei die Attacke vereitelt worden, indem eine anfliegende Rakete behindert worden sei, doch seien drei Zivilisten verletzt worden.

Mehr als hundert Geschosse seien in der Nacht auf die Ziele abgefeuert worden. Die syrische Luftabwehr habe allerdings 71 der 103 Marschflugkörper abgeschossen, teilte Generaloberst Sergej Rudskoj vom russischen Verteidigungsministerium am Sonnabend in Moskau mit. Es habe keine Todesopfer gegeben, einige Menschen seien leicht verletzt worden.

Begrenzte Militäraktion

US-Verteidigungsminister James Mattis hob noch in einer Rede am Freitagabend die Hintergründe der Attacke hervor: „Wir senden eine klare Botschaft, dass der Mord an unschuldigen Kindern, Frauen und Männern unentschuldbar ist. Die Anwendung von Giftgas ist nicht akzeptabel.“ Der frühere Vier-Sterne-General stellte zugleich aber auch klar, dass es sich um eine begrenzte Aktion handele: „Der Auftrag ist beendet.“

Frankreich, Großbritannien und die USA haben in der Nacht zu Sonnabend drei Ziele in Syrien bombardiert – als Reaktion auf den vermeintlichen Giftgasangriff.

Russland kündigt Konsequenzen an

Scharfen Protest meldet dagegen Moskau an: „Der Angriff wird Konsequenzen nach sich ziehen, da wir bedroht sind“, sagte Anatoli Antonow. „Die Verantwortung dafür liegt eindeutig bei den USA, Großbritannien und Frankreich“, so der russische Botschafter in Washington gegenüber der Nachrichtenagentur Tass.

Zur Vermeidung einer Eskalation hätten die USA, Frankreich und Großbritannien Russland aber bereits im Vorfeld von den Luftangriffen informiert. „Wir suchen nicht die Konfrontation und weisen jede Logik militärischer Eskalation zurück“, sagte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Samstagmorgen. „Deshalb haben wir mit unseren Verbündeten darauf geachtet, dass die Russen vorher gewarnt werden.“

Raketen seien Antwort auf Verwendung chemischer Waffen

Unmittelbar nach dem Vergeltungsschlag hielt Donald Trump eine kurze Rede an die Nation und bestätigte den Einsatz: Die Raketen seien die Antwort auf die Verwendung chemischer Waffen durch das Regime von Baschar al-Assad gegen das eigene Volk. Wörtlich sagte der Präsident: „Das sind Verbrechen eines Monsters.“ Grundsätzlich seien die USA darauf vorbereitet, Strafaktionen dieser Art fortzusetzen, solange die Regierung in Damaskus in ihrer Kriegsführung Giftgas verwende.

Nach Angaben der britischen Premierministerin Theresa May habe es „keine Alternative“ zum Einsatz der Streitkräfte gegeben. Wie es heißt, hätten vier Kampfjets der Royal Air Force die Militärlager bei Homs ins Visier genommen.

Syrischer Machthaber hat mit Giftgas rote Linie überschritten

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erinnerte einmal mehr an die Hintergründe des Militärschlags: Am 7. April habe das Assad-Regime mehrere Dutzend Menschen mit chemischen Waffen ermordet. Damit habe der Machthaber eine rote Linie überschritten.

Auf die Details der Militäraktion ging Generalstabschef Joseph Dunford ein: Demnach sei ein Forschungszentrum im Großraum Damaskus getroffen worden, in dem Giftgas hergestellt worden sei. Angegriffen wurde offenbar auch ein Sarin-Depot unweit von Homs. Das Pentagon ging in der Nacht zum Sonnabend davon aus, dass es nach ersten Erkenntnisse keine Toten gegeben habe. Insgesamt seien mehr als doppelt so viele Raketen eingeschlagen wie im April vergangenen Jahres.

Alles rund ums Thema Giftgasangriff Syrien

Militärschlag gegen syrische Giftgasfabriken

So reagiert die Welt auf den Raketenangriff

Giftgasangriff in Duma – Fakt oder Fake?

USA sind von syrischem Giftgas-Angriff überzeugt

Merkel macht bei einem Angriff auf Syrien nicht mit

Deutsche sind gegen Vergeltungsschlag in Syrien

Assad erobert einstige Rebellenhochburg zurück

Von Stefan Koch/RND/dpa

Über 100 Geschosse, drei Ziele und drei Verletzte: Frankreich, Großbritannien und die USA haben in der Nacht zu Sonnabend einen massiven Militärschlag gegen Syrien gestartet. Die Welt ist gespalten – die wichtigsten Reaktionen im Überblick.

14.04.2018

Bundesarbeitsminister möchte in den nächsten Wochen einen neuen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen, der die Rentenbeiträge für Eltern erhöhen und die Sozialbeiträge deutlich reduzieren soll.

14.04.2018

Nach wochenlangen Kämpfen und einem verheerenden Giftgasangriff haben sich die letzten Rebellen aus Duma zurückgezogen. Am Sonnabendmorgen, nach dem Vergeltungsschlag des Westens, nahm die syrische Regierung Ost-Ghuta offiziell wieder ein.

14.04.2018