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Deutschland / Welt Merkels Mädchen
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16:53 21.02.2018
Annegret Kramp-Karrenbauer. Quelle: dpa
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Berlin

Angela Merkel bleibt sich treu: Ihr fehlt der Mut zur Problemanalyse (die CDU ist thematisch ausgelaugt), und loyale Konformität sind der Vorsitzenden wichtiger als diskursive Lebendigkeit. Folgerichtig folgt auf Peter Tauber, den schlechten Wahlkampfmanager, den Nerd und liberalen Grenzverschieber, die absolut gefolgstreue Saarländerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Ein CDU-Generalsekretär, so wie ihn sich die Kanzlerin und CDU-Chefin vorstellt, darf keine große Hausmacht mitbringen, soll dem Machtplan der Chefin dienen und muss von den Befürwortern eines Rechtsrucks in der Union wie eine Kampfansage verstanden werden. All diese Voraussetzungen erfüllt Kramp-Karrenbauer. Sie ist, und das weiß Merkel ganz genau, die lautstärkste Absage an die Befürworter einer konservativen Meinungswende. AKK im Amt der Generalsekretärin ist der personifizierte Anspruch Merkels zur Fortführung einer liberalen Öffnung der Union. Die CDU wird offenkundig von einer Vorsitzenden geführt, die sich um die Spahns, Linnemanns und Söders wenig schert. Auch oder gerade in den Zeiten der Präsenz von Hass, Ressentiments und AfD. Merkels Linie soll durchgezogen werden bis zum Abwinken. Die Saarländerin scheint dafür die richtige Kandidatin zu sein, weil sie neben Merkel jung und unverbraucht erscheint, beliebter als die Konkurrenz ist und sowieso Zeit im Übermaß hat. Im Saarland ist man schnell durch mit dem Regieren – und irgendwann kommt mit AKK auch gleich die Nachfolgekandidatin auf die CDU-Brücke. Das ist machtstrategisches Denken à la Merkel.

Gefolgstreu bis zum Untergang

Jetzt werden sich die Träumer von einer konservativen Revolution in der Union als Antwort auf die thematische Entkernung der CDU provoziert fühlen – und kuschen. So war es doch bisher immer, wenn Merkels Machtmaschine die Kraftprobe erzwungen hat. Die CDU bleibt gefolgstreu bis zum Untergang. Da ist die Union eben ganz anders als die SPD.

Merkel wird Kohl immer ähnlicher

Die Berufung der Saarländerin durch Merkel weist im übrigen auch auf eine weitere Parallele zwischen der Kanzlerin und dem großen Vorgänger aus der Pfalz hin. auch der wollte vom Kanzleramt nicht rechtzeitig lassen. In den guten Kohl-Zeiten war der Generalsekretär eine Art geschäftsführender CDU-Chef. Kohl zog die Strippen im Regierungsamt und er duldete das eigenständige Wirken von Heiner Geißler im Parteiapparat. Allerdings nur solang, wie die totale Loyalität im Kohlschen Sinne gegeben war. Genauso wird es auch Annegret Kramp-Karrenbauer ergehen. Ist sie Merkels Mädchen, läuft die Sache reibungslos. Kommt sie jedoch auf eigene Gedanken, dann wäre ihr der Rauswurf sicher. Aber so weit wird es angesichts der Solidarität der beiden Spitzenfrauen in der CDU schon nicht kommen. Mit der männlichen Konkurrenz wird man anscheinend spielerisch fertig.

Von Dieter Wonka/RND

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