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Deutschland / Welt Mehrere Tote bei Angriff auf Aufständische
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mehrere Tote bei Angriff auf Aufständische
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22:21 15.01.2018
Das venezolanische Militär griff am Montag eine Gruppe Aufständischer an. Quelle: dpa
Caracas

Seit dem Morgen war die Siedlung El Junquito bei Caracas umstellt worden. Es kam zu heftigen Feuergefechten. Über soziale Medien meldete sich der seit über einem halben Jahr gesuchte Anführer der Rebellen, Oscar Pérez, aus seinem Unterschlupf, schwer blutend und bewaffnet. Sein Schicksal war zunächst unklar. Er wird von den Sozialisten als „Terrorist“ bezeichnet und galt als Staatsfeind Nummer 1. Es kam zu mindestens fünf Festnahmen.

Peréz hatte Ende Juni 2017 von sich reden gemacht, als der Pilot der Polizeieinheit CICPC mit einem gekaperten Hubschrauber das Innenministerium beschoss und Granaten auf den Obersten Gerichtshof abfeuerte. Verletzte gab es nicht; Maduro sprach von einem Putschversuch. Pérez sieht sich als Anführer zur Befreiung des Landes vom Sozialismus. Nach Misswirtschaft und gesunkenen Öleinnahmen steht das Land mit den größten Ölreserven vor dem Kollaps, es gibt die höchste Inflation der Welt und Normalbürger bekommen in Supermärkten kaum noch Lebensmittel. Zuletzt nahmen landesweit Plünderungen zu.

In einem Manifest sprach Pérez von einer „Koalition zwischen Militärs, Polizisten und Zivilisten“ - aber die Rebellengruppe war wohl eher klein. Als er nun mit seinen Leuten umstellt wurde, warnte er, dass in der Wohnsiedlung auch Zivilisten seien. „Sie wollen nicht, dass wir uns ergeben, sie wollen uns ermorden.“

Chef des größten Lebensmittelproduzenten Venezuelas soll kandidieren

In der tiefen Krise in Venezuela wächst der Druck auf den größten Lebensmittelproduzenten des Landes, Lorenzo Mendoza, bei der Präsidentschaftswahl gegen Nicolás Maduro anzutreten. Bei einem Demonstrationszug des Movimiento Independiente Nacional de Alianzas Sociales (MINAS) zum Sitz seines Polar-Konzerns verlangten die Menschen am Montag, Mendoza solle antreten. Der 52-Jährige gilt als gemäßigt und erfolgreich, er hat sich aber bisher nicht erklärt.

Immer wieder wurde das Unternehmen Polar, das Nahrungsmittel und Getränke produziert, von den regierenden Sozialisten gegängelt - und beklagte sich über fehlende Grundstoffe aus dem Ausland, um noch ausreichend produzieren zu können. Im Land mit den größten Ölreserven der Welt leiden immer mehr Menschen an Hunger, zuletzt kam es verstärkt zu Plünderungen.

Opposition ist zerstritten und Politiker sind geflohen

Bisher gibt es kein Datum für die Wahl in diesem Jahr. Die bisherige Opposition ist zerstritten über den richtigen Kurs, nachdem das von ihr dominierte Parlament entmachtet worden. Mehrere Politiker sind geflohen oder wurden von einer Kandidatur ausgeschlossen, wie Henrique Capriles, der bei der letzten Wahl knapp gegen Maduro verloren hatte.

Das Oppositionsbündnis „Mesa de Unidad Democrática (MUD)“ will in internen Wahlen den Kandidaten bestimmen, als mögliche Kandidaten gelten hier Henry Ramos Allup von der Patrtei „Acción Democrática und die Ex-Gouverneure Henri Falcón und Andrés Velásquez. Seit Hugo Chávez 1999 das Präsidentenamt übernahm, reagieren die Sozialisten.

Von RND/dpa

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