Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Martin Sonneborn: Mit böser Satire erneut ins EU-Parlament?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Martin Sonneborn: Mit böser Satire erneut ins EU-Parlament?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:59 22.08.2018
Der Satiriker, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Bundesvorsitzende der Partei „Die Partei“, Martin Sonneborn, will Brüssel weiterhin aufmischen. Quelle: Picture Alliance / Gregor Fische
Brüssel

Wenn es nach ihm ginge, dann müsste dieser Beitrag vermutlich so beginnen: „Paukenschlag in Brüssel: Sonneborn macht weiter“. Immerhin hatte Martin Sonneborn (53), Satiriker, Chef der Spaßpartei Die Partei und Europaabgeordneter seit 2014, diesen Mittwoch vor dem Ende der EU-Sommerpause ausgewählt, um sich ohne Ablenkung durch andere Brüsseler Termine wieder zu Wort zu melden.

Kabarettisten der ZDF-„heute-show“ treten gemeinsam an

Gemeinsam mit dem von der ZDF-Satiresendung heute-show bekannten Kabarettisten Nico Semsrott (32) wolle er ein „Kandidaten-Duo“ bei der Europawahl 2019 bilden und einen „Präsidentschaftswahlkampf nach amerikanischem Vorbild“ führen. Man habe sich mit dem Kinderspiel Schere, Stein, Papier darauf geeinigt, dass Sonneborn für den Spitzenjob der Kommission antrete, Semsrott wolle den Chefsessel des Parlaments erobern. Das Wahlziel bestehe darin, der AfD Wähler abzujagen.

Und da Satire gerne auch mal böse sein soll und wehtun muss, kündigten beide eine Kandidatenliste mit Parteimitgliedern an, die die gleichen Nachnamen wie bekannte Nazis tragen: Göbbels, Göring, Speer oder Eichmann. Das sei ein probates Mittel, um „verwirrte CSU-Wähler“ und „demente CDU-Wähler“ einzufangen

Ex-„Titanic“ Sonneborn will die EU entlarven

Sonneborn setzt seinen Versuch, die EU zu entlarven und ihre Vertreter öffentlich zu brüskieren, also fort. Vor vier Jahren hatten 0,6 Prozent der deutschen Wähler für Die Partei gestimmt. Ohne eine Sperrklausel, die das Bundesverfassungsgericht zuvor gekippt hatte, reichte dies für einen Sitz im Straßburger Plenum. Dennoch ging Sonneborns Plan nicht auf. Denn eigentlich hatte er schon unmittelbar nach dem Einzug in die europäische Volksvertretung angekündigt, sich „vier Wochen lang intensiv auf seinen Rücktritt“ vorzubereiten. Denn: „Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament. Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33 000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht.“

Doch die Geschäftsordnung des Hohen Hauses machte das Vorhaben zunichte. Sonneborn blieb, wurde Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung sowie in der Delegation für die Beziehungen zu Korea. Für Sonneborn dürfte die nächste Europawahl im Mai die letzte Chance auf ein Mandat sein. Ab 2024 soll es eine europaweite Sperrklausel von 2 Prozent geben, die den Einzug von Splitterparteien in das Plenum verhindert.

Von Detlef Drewes/RND

US-Präsident Donald Trump hat neue Strafmaßnahmen gegen russische Unternehmen verhängt. Russlands Präsident Wladimir Putin jedoch zeigt sich unbeeindruckt und bezeichnet die Sanktionen gegen sein Land als „kontraproduktiv“.

22.08.2018

Sie hatte an friedlichen Protesten und Aktionen teilgenommen, jetzt droht ihr die Todesstrafe: In Saudi-Arabien soll eine politische Aktivistin hingerichtet werden. Menschenrechtsorganisationen protestieren.

22.08.2018
Deutschland / Welt Zehn Experten für digitalen Fortschritt - Das ist der neue Digitalrat der Bundesregierung

Sie sollen die Bundesregierung beraten, antreiben und unterstützen, wenn es um Digitalisierung geht: Die zehn Experten des neuen Digitalrates haben ihre Arbeit aufgenommen. Und sie haben einiges zutun, denn Deutschland hat digitalen Nachholbedarf.

22.08.2018