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Deutschland / Welt Macrons Partei lehnt Ex-Premier Valls als Kandidaten ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Macrons Partei lehnt Ex-Premier Valls als Kandidaten ab
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22:00 11.05.2017
Der Präsidenten Emmanuel Macron. Quelle: dpa
Paris

Die Partei des neugewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron lehnt den prominenten Ex-Premier Manuel Valls als Kandidaten für die Parlamentswahlen ab. „En Marche!“ werde in Valls' Wahlkreis aber keinen Gegenkandidaten aufstellen, kündigte Generalsekretär Richard Ferrand am Donnerstag in Paris an. Er legte eine erste Liste mit 428 Kandidaten vor, die Hälfte von ihnen sind Frauen.

„Man schlägt einem ehemaligen Premierminister nicht die Tür vor der Nase zu (...)“, sagte Ferrand. Der Fall sei einzigartig. Valls erfülle nicht alle Kriterien. So habe er schon drei Amtszeiten als Parlamentarier hinter sich.

Valls, der unter Macrons Vorgänger François Hollande bis Ende 2016 Regierungschef war, hatte am Dienstag erklärt, bei der Parlamentswahl Mitte Juni für „En Marche!“ antreten zu wollen. Die Entscheidung der Gruppierung begrüße er, teilte Valls am Donnerstagabend auf Twitter mit. Er trete nun als „freier Mann“ an. Valls will in seinem Wahlkreis im Département Essonne südlich von Paris kandidieren.

Ex-Premier Manuel Valls. Quelle: imago

Der Mitte-Links-Politiker Macron hatte am vergangenen Sonntag mit klarer Mehrheit die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen geschlagen. Am Sonntag wird der 39-Jährige als jüngster Präsident aller Zeiten des Amt von Hollande übernehmen. Macron will eine Parlamentsmehrheit erringen, um regieren zu können. Bisher ist „En Marche!“ überhaupt nicht in der Volksvertretung präsent.

Ursprünglich wollte „En Marche!“ bereits die komplette Liste für jeden einzelnen der 577 Wahlkreise vorstellen, doch es gab Verzögerungen. Die vollständige Liste soll nun bis nächsten Mittwoch vorliegen. Die Macron-Bewegung bekam rund 19 000 Bewerbungen. 52 Prozent aller bisher bestimmten Kandidaten waren vorher nicht politisch aktiv. Nur 24 sind Parlamentarier.

Das Wahlkampfteam Macrons bereitete sich mit falschen Dokumenten und E-Mail-Konten auf Hackerangriffe vor. Ein Sprecher von „En Marche!“ bestätigte auf dpa-Anfrage entsprechende Informationen der internationalen Ausgabe der „New York Times“ vom Donnerstag.

„En Marche“ hatte Ende vergangener Woche unmittelbar vor der Stichwahl mitgeteilt, Ziel eines groß angelegten Hackerangriffs geworden zu sein. Es habe sich um eine „massive und koordinierte“ Attacke gehandelt. Erbeutete E-Mails, Verträge sowie andere interne Dokumente gelangten ins Internet. Die französische Justiz nahm Vorermittlungen auf.

Macrons Digitalchef Mounir Mahjoubi sagte dem Blatt, am vergangenen Freitag seien einige falsche E-Mails veröffentlicht worden, ebenso wie echte Dokumente oder falsche Dokumente, die von Hackern angefertigt worden seien. Auch gestohlene Unterlagen mehrerer Unternehmen seien dabei gewesen. Mahjoubi sagte weiter, er habe einen Verdacht über die Identität der Hacker, machte aber keine genaueren Angaben.

„En Marche!“ hatte Ende April unter Berufung auf die IT-Sicherheitsfirma Trend Micro berichtet, Macrons Wahlkampagne sei Ziel der Hackergruppe „Pawn Storm“ geworden. Westliche IT-Sicherheitsfirmen vermuten dahinter eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten, die auch hinter Hackerangriffen auf den Parteivorstand der US-Demokraten und die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel stecken soll.

Von RND/dpa