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Gysi schließt Posten als Parteichef aus

Linke warten auf Lafontaines Genesung

Nach der Krebs-Operation von Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hoffen Parteigenossen auf dessen baldige Rückkehr in die Politik.

Einen Tag vor der OP sprach Oscar Lafontaine noch auf einer Plenarsitzung im Landtag von Saarbrücken.

© Wieck

Er sei „zuversichtlich, dass Lafontaine noch einmal so zurückkehrt, wie wir ihn kennen“, sagte der saarländische Landesvorsitzende Rolf Linsler. Die Sprecher von Partei und Fraktion wollten sich am Freitag nicht zum Gesundheitszustand Lafontaines äußern. Die „Bild“-Zeitung zitierte eine „Freundin der Familie“ mit den Worten „Er ist wach, es geht ihm gut.“

Der 66-Jährige, der an Prostatakrebs erkrankt ist, war am Donnerstag in der Universitätsklinik im saarländischen Homburg mit Hilfe eines Spezialroboters operiert worden.

Der Vorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, schloss unterdessen aus, Nachfolger Lafontaines als Parteichef zu werden. Er gehe davon aus, dass Lafontaine genesen und dann wieder als Parteichef kandidieren werde. Zudem sprächen der gebotene Ost-West-Proporz und sein Alter gegen ihn.

Ausgelöst hatte die Nachfolgedebatte der Thüringer Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow, der dafür weiter scharfe Kritik einstecken musste. Eine solche Diskussion komme „total zur Unzeit“, sagte der Landeschef der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn. Er gehe davon aus, dass Lafontaine und der Ko-Vorsitzende Lothar Bisky an der Debatte teilnehmen. „Es wäre beispiellos illoyal, wenn die Personaldebatte ohne die gewählten Parteivorsitzenden stattfinden würde“, mahnte Bockhahn. Auch Linsler nannte Ramelows Vorstoß „nicht angemessen“.

Ramelow hatte am Tag vor der Operation zum Nachdenken über eine Zeit nach Lafontaine aufgerufen und dabei auch eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz bekundet. Hochrangige Linke-Politiker aus Bund und Ländern warfen ihm daraufhin schlechten Stil vor.

Nach Borckhahn Ansicht müsste allerdings „zwingend noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen“ geklärt werden, „welche Frau oder welcher Mann“ die Linke künftig führen solle. Eine Woche nach der NRW-Wahl will die Linke Mitte Mai auf einem Bundesparteitag in Rostock ihre neue Führungsspitze wählen.

Saar-Linke-Chef Rolf Linsler hofft nach einer Genesung Lafontaines auf ein verstärktes Engagement in dessen Heimat. „Mein Wunsch wäre, er würde sich fürs Saarland entscheiden“. Die saarländische Linke trifft sich am Sonntag in Merzig zu ihrem Landesparteitag ohne Lafontaine.

Nach dem Erfolg mit 18,9 Prozent bei der Landtagswahl hatte Lafontaine im September in Saarbrücken den Fraktionsvorsitz übernommen. Aus der Spitze der Bundestagsfraktion hatte er sich im Oktober zurückgezogen. Nach Bekanntgabe seiner Erkrankung hatte Lafontaine seine politische Zukunft offen gelassen und eine Entscheidung für Anfang des Jahres angekündigt.


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