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Deutschland / Welt Linke grenzt sich von SPD und Grünen ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Linke grenzt sich von SPD und Grünen ab
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14:47 11.06.2017
Die Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl, Sahra Wagenknecht. Quelle: dpa
Hannover

Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht hat die SPD scharf attackiert und klar gemacht, dass ihre Partei nur bei einem radikalen Politikwechsel für eine rot-rot-grüne Koalition zur Verfügung steht. „Wir wollen die Grundrichtung der Politik in diesem Land verändern“, sagte sie am Sonntag in Hannover. „Und wenn wir dafür Partner haben, dann wollen wir auch regieren.“

Für die Linke ist ein rot-rot-grünes Bündnis die einzige realistische Regierungsoption nach der Bundestagswahl am 24. September. Derzeit gibt es dafür in den Umfragen aber keine Mehrheit. In der Linken ist umstritten, ob man im Wahlkampf auf eine Regierungsbeteiligung zusteuern oder einen straffen Oppositionskurs einschlagen soll.

Schulz sollte sich Beispiel an Corbyn nehmen

Wagenknecht rief ihre Partei zu einem selbstbewussten Wahlkampf auf. „Es geht darum so stark zu werden, dass wir die anderen vor uns hertreiben können“, sagte sie. Der SPD warf sie vor, an Niedriglöhnen, Rentenkürzungen und Hartz IV nichts ändern zu wollen. Im Vergleich zum aktuellen Entwurf für das SPD-Wahlprogramm sei das der vergangenen Wahl „ein geradezu revolutionäres Dokument“.

Wagenknecht griff auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz persönlich an. Sie riet ihm, sich ein Beispiel an der sozialdemokratischen Labour-Partei in Großbritannien zu nehmen, die mit ihrem Kandidaten Jeremy Corbyn die regierenden Konservativen um die absolute Mehrheit brachte. „Es steht nun leider nicht in unserer Macht, aus Martin Schulz einen deutschen Jeremy Corbyn zu machen“, spottete sie.

Vom Schulz-Hype zum SPD-Umfragetief – für Sahra Wagenknecht keine Überraschung: „Es ist einfach die Folge, dass kein normaler Menschen Schulz mehr abnimmt, dass er für einen politischen Wechsel steht. Denn Politikwechsel, das heißt doch nicht Raute oder Zottelbart im Kanzleramt.“

Von RND/dpa