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Deutschland / Welt „Lassen Sie uns nicht in die Falle der Extremisten tappen“
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13:00 22.09.2018
„Ich will, dass Europäer stolz auf sich sind“: Der slowakische EU-Kommissar Maros Sefcovic. Quelle: dpa
Berlin

Maros Sefcovic (52) ist EU-Kommissar für Energiefragen und Vizepräsident der EU-Kommission. Der Slowake hat als erster Interesse an der Spitzenkandidatur der Sozialdemokraten zur Europawahl im Mai 2019 bekundet. Die Entscheidung fällt im Dezember.

Herr Vizepräsident, warum möchten Sie Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten bei der Europawahl im Mai 2019 werden?

Als EU-Kommissar bin ich kreuz und quer durch die EU gereist, habe Hunderte Europäer kennengelernt und ein Gespür für die Befindlichkeiten des Kontinents entwickelt. Ich habe den Eindruck, dass wir jetzt an einem kritischen Punkt sind. Viele Bürger meinen, dass die Zukunft von den USA oder China bestimmt wird. Aber es muss nicht so kommen. Ich will sie davon überzeugen, dass Europa die Zukunft prägen kann. Ich will, dass Europäer stolz auf sich sind. Darum möchte ich während meiner Kandidatur werben.

Mit Europa verbinden viele Bürger zurzeit vor allem ein Scheitern in der Migrationspolitik. Wird das Thema den Wahlkampf dominieren?

Lassen Sie uns bitte nicht in die Falle der Extremisten tappen und die Europawahlen zu Wahlen über die Migrationsfrage erklären. Technologieführerschaft, Energiesicherheit, Bildung – es gibt so viele weitere wichtige Themen. Und in der Migrationsfrage kommen wir gut voran: Wir sind uns darin einig, dass wir Menschen in Not helfen, dass wir unsere Grenzen schützen und die Entwicklung Afrikas vorantreiben müssen.

Haben Sie die Sorge, dass Sie als Slowake als Vertreter der Visegrad-Staaten wahrgenommen werden könnten und nicht als Politiker, der ganz Europa im Blick hat?

Die Herkunft der Kandidaten sollte nicht im Vordergrund stehen. Aber es stimmt, slowakische, polnische oder ungarische Bürger blicken mitunter anders auf Europa als es Deutsche oder Franzosen tun. Ich kenne beide Seiten. Ich weiß um die Vorbehalte in Westeuropa, aber auch um das Streben der Osteuropäer nach Anerkennung. Jetzt geht es darum, Einheit zu stiften – auf Grundlage unserer gemeinsamen Werte.

Ihre Partei ist mit schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Ist das für Ihre Kandidatur ein Manko?

Nach der Ermordung des Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten im Frühjahr waren viele Slowaken natürlich beunruhigt. Aber die Regierung hat ihr Möglichstes getan und sämtliche nationale und internationale Sicherheitsbehörden wurden mit der Aufklärung der Morde beauftragt. Außerdem ist der slowakische Premierminister zurückgetreten als Zeichen politischer Kultur und um die Situation zu beruhigen.

Als vor fünf Jahren das Konzept der Spitzenkandidaten zur Europawahl eingeführt wurde, stellten die christdemokratische EVP und die Sozialdemokraten die mit Abstand größten Blöcke im Parlament. Inzwischen ist Europas Parteienlandschaft aber zersplittert. Ist diese Idee nicht aus der Zeit gefallen?

Überhaupt nicht. Seit jeher reden wir doch darüber, dass die EU nahbarer, demokratischer werden muss. Die Spitzenkandidatur ist ein geeignetes Mittel, um ihr ein Gesicht zu geben. Das ist jetzt, da Europas Seele auf dem Spiel steht, wichtiger denn je. Die demokratischen Kräfte sind aufgefordert, eine Mehrheit von EU-Gegnern und Extremisten zu verhindern.

Europas Sozialdemokraten sind in der Krise. Was machen sie falsch?

Es reicht nicht, Europa zu beschwören – wir müssen in Wort und Tat konkret sein. Ich empfehle den engen Austausch mit Bürgermeistern und Unternehmern vor Ort – die wissen sehr gut um die Chancen unseres Standorts. Auf deren Expertise will ich meine Kampagne stützen.

Was raten Sie der SPD?

Ich glaube fest an den Erfolg der deutschen Sozialdemokraten. Aus der Arbeit im EU-Parlament weiß ich von ihrer Durchsetzungskraft und ihrem Ideenreichtum. Ich bin sicher, die SPD findet einen Weg, ihre Bedeutung zu steigern.

Von Marina Kormbaki/RND

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