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Deutschland / Welt Kurden wollen an Referendum festhalten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kurden wollen an Referendum festhalten
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21:02 15.09.2017
Masoud Barsani, Präsident der autonomen Region Kurdistan Irak. Quelle: picture alliance / Michael Kappe
Erbil

Das Parlament der nordirakischen Kurden billigte das für den 25. September geplante Referendum über ein Abspaltung vom Irak. Dafür stimmten am Freitag 65 von 73 anwesenden Abgeordneten, wie die kurdischen Nachrichtenseite Rudaw berichtete. Insgesamt zählt das Parlament 111 Mitglieder.

„Bis zu diesem Tag haben wir keine Alternative erhalten, die das Referendum ersetzen könnte. Also wird es wie geplant stattfinden“, sagt Barsani auf einer Kundgebung in Amedi, nahe der Grenze zur Türkei.

„Wir lehnen es ab, ihre Diener zu sein“

Das Referendum stößt nicht nur auf starken Widerstand der irakischen Zentralregierung in Bagdad, sondern auch anderer Länder. Die Türkei hatte am Donnerstag erklärt, wenn die Kurden ihre Pläne weiter vorantrieben, werde das seinen Preis haben. Auch die USA lehnen das Referendum ab. Ein Anführer der mächtigen Schiiten-Milizen im Irak warnte vor einem Bürgerkrieg zwischen Kurden und Arabern.

Iraks Parlament hatte sich am Dienstag gegen das Referendum ausgesprochen. Barsani warf der Zentralregierung am Freitag vor, die „Partnerschaft“ mit Kurdistan zerstört zu haben. „Wir lehnen es ab, ihre Diener zu sein“, sagte er vor jubelnden Unterstützern.

Menschenrechtler haben derweil an die deutsche Bundesregierung appelliert, den Wunsch der Kurden nach der Bildung eines eigenen Staates zu unterstützen. Irakisch-Kurdistan seit 2014 einen enormen Beitrag im Kampf gegen die Terrormilizen des Islamischen Staates (IS), sagte der Nahost-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido, am Freitag in Göttingen. Dies verdiene großen Respekt und rechtfertige auch die Hoffnung der Kurden, dass Deutschland ihr recht auf Selbstbestimmung trotz der ablehnenden Haltung Bagdads unterstütze.

Von dpa/RND