Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Trotz Rückzugsankündigung

Kritik an Vertriebenenpräsidentin Steinbach reißt nicht ab

Nach dem Eklat um die Äußerung der CDU-Politikerin und Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach um den Beginn des Zweiten Weltkriegs reißt die Kritik nicht ab. Die SPD hat von der CDU weitere Konsequenzen gefordert.
Weiter in der Kritik: CDU-Politikerin und Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach.

Weiter in der Kritik: CDU-Politikerin und Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach.

© ap

Die Kritik an Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach (CDU) wegen ihrer Äußerungen zur Rolle Polens beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs reißt nicht ab. Nach ihrem angekündigten Rückzug aus der CDU-Spitze fordert die SPD auch ihre Abberufung aus dem Menschenrechts-Ausschuss des Bundestages. „Wer so unsensibel revisionistische Thesen verteidigt wie sie, ist nicht geeignet, in wichtigen menschenrechtlichen und historischen Fragen sachgemäß zu urteilen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, am Freitag „Spiegel Online“.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte weitere Konsequenzen. Steinbach gehe es nicht um Versöhnung, sondern um das „revisionistische Geschichtsbild“ ihres Verbandes, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, Handelsblatt Online. „Spätestens jetzt gilt es, dem entschieden entgegenzutreten und dem Spuk eine klare Absage aller Demokraten zu erteilen.“

Oppermann nannte Steinbach „eine Giftmischerin für die deutsch- polnische Aussöhnung“. Ihr angekündigter Rückzug aus dem CDU-Vorstand reiche nicht aus. „Das muss mehr Konsequenzen haben“, sagte er. “(Bundeskanzlerin) Angela Merkel muss einen klaren Trennungsstrich zwischen sich und Frau Steinbach ziehen.“

Dagegen warnte der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt (CSU), vor einer Spaltung der Union und dem Entstehen einer Partei rechts von CDU und CSU. Der Verzicht Steinbachs auf eine erneute Kandidatur für den Bundesvorstand der CDU sei „ein erstes Zeichen der Desintegration“ in der Schwesterpartei. „Wenn sich rechts von der CDU eine Protestpartei etabliert, dann hat das auch Auswirkungen auf die CSU“, sagte der CSU-Europaabgeordnete der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Freitag).

Merkel müsse die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zur Chefsache machen, forderte Posselt. „Wenn sie weiter von der Opposition in dieser Weise zerschossen wird, dann hat das massive politische Konsequenzen für Deutschland. Er warnte vor “österreichischen Verhältnissen“. Dort hatte die konservative ÖVP immer mehr Stimmen an die rechtspopulistische FPÖ abgeben müssen.

Steinbach hatte ihren Rückzug aus der CDU-Spitze auch mit fehlendem Rückhalt in der Union begründet. Sie habe in der Union nur noch eine „Alibifunktion“, die sie nicht mehr wahrnehmen möchte, sagte sie in einem „Welt“-Interview. „Ich stehe dort für das Konservative, aber ich stehe immer mehr alleine.“ Sie will beim Parteitag im November nicht mehr für den CDU-Vorstand kandidieren, in den sie im Jahre 2000 gewählt worden war.

dpa/afp


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Umfrage der Woche

Neuer Umweltminister

Peter Altmaier ist neuer Umweltminister. Wird er seinen Job besser machen als Vorgänger Norbert Röttgen?

Bild der Woche

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

zur Galerie

Magazine

Videos aus Wolfsburg und Gifhorn

Freitags neu: Videos aus unserer Region

Film ab in Wolfsburg und Gifhorn: In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender tv38 zeigen wir ausgewählte Ereignisse in der Region auch als Video. Schauen Sie rein! mehr


 

Videos

Die Welt im Film

Hier können Sie sich zu allen Bereichen informieren, egal ob es sich um Nachrichten aus aller Welt handelt oder die Filmtrailer der aktuellen Kinowoche. Für jeden ist etwas dabei. mehr