Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt John McCain – das Vermächtnis des Anti-Trump
Nachrichten Politik Deutschland / Welt John McCain – das Vermächtnis des Anti-Trump
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 27.08.2018
Trumps Widersacher: Der verstorbene republikanische Senator John McCain. Quelle: Gerald Herbert/AP/dpa
Washington

Was ist bloß los in den Vereinigten Staaten? Der langjährige republikanische US-Senator John McCain ist gestorben – und er wird nahezu einhellig gewürdigt als zentraler Garant demokratischer Werte in den USA. In Zeiten eines US-Präsidenten Donald Trump gilt eben selbst den US-Demokraten ein stramm konservativer, aber prinzipientreuer Mann wie McCain als leuchtendes Beispiel. Er war der Anti-Trump, der sich mit dem irrlichternden Präsidenten unverdrossen anlegte.

Slogans wie „America first“ erklärte McCain für unamerikanisch, und die Hetze gegen Zuwanderer fand er unerträglich. Kaum noch jemand erinnert sich daran, wie er 2008 als Präsidentschaftskandidat seinen Mitbewerber Barack Obama im Wahlkampf gegen rassistische Untertöne in Schutz nahm und ihn als einen hochanständigen Politiker würdigte.

Die Umgangstöne, die heute im Weißen Haus üblich sind, bezeugen, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. An die Stelle der Verlässlichkeit, für die McCain stand, ist Unberechenbarkeit getreten. Das zeigt sich nicht zuletzt in den transatlantischen Beziehungen. Für McCain war es selbstverständlich, jedes Jahr im Februar zur Sicherheitskonferenz nach München zu reisen – anders als der Präsident.

Die jüngsten Thesen von Heiko Maas schrecken auf

Was gilt noch die Nato, wenn sie von Trump mal für obsolet und mal für „so stark wie noch nie“ erklärt wird? Was ist vom größten Handelspartner Deutschlands zu halten, wenn Trump mit Zöllen auf Autos droht und gleichzeitig verschweigt, dass die Amerikaner den Europäern bei den digitalen Dienstleistungen meilenweit voraus sind?

Da ist es kein Wunder, dass mittlerweile sogar der deutsche Außenminister vorsichtig auf Distanz geht. Die jüngsten Thesen von Heiko Maas schrecken Sicherheitspolitiker in Berlin und Brüssel, aber auch in Washington auf. Wenn sich die Europäische Union künftig ernsthaft als Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten verstehen will, wäre tatsächlich ein neues, keineswegs sicheres Zeitalter angebrochen.

Maas’ Appell zeigt allerdings, wie weit die Entfremdung fortgeschritten ist: In den seriösen Kreisen Europas herrscht nur noch Kopfschütteln über die Zustände in Washington, und im Oval Office wird zum Brexit applaudiert.

Amerika bleibt für viele Europäer ein Sehnsuchtsort.

John McCain hat sich stets gegen dieses Auseinanderdriften gestemmt. Der Kriegsveteran wusste nur zu gut, dass Amerika und Europa nicht nur sicherheitspolitisch enorm voneinander profitieren. Er betonte vor allem die Bedeutung der gemeinsamen Werte. Denn trotz der Verwerfungen durch Trumps Präsidentschaft gilt: Amerika bleibt für viele Europäer, gerade auch für Deutsche, ein Sehnsuchtsort. Und Europa ist der Maßstab, an dem sich die US-Bürger messen.

Mit McCain hat diese Partnerschaft einen starken Fürsprecher verloren. Höchste Zeit, dass andere an seine Stelle treten.

Von Stefan Koch/RND

Der Koalitionspartner solle bei der Rente „keine Unsicherheit schüren“, fordert die Bundeskanzlerin. Rentner sollten „am Wohlstand teilhaben“, für die Zeit nach 2025 müsse man auch „kreativ und neu denken“. Mit der CSU scheint Merkel wieder auf einer Linie. Und sie erwähnt auch ihr politisches Vermächtnis.

26.08.2018

Der Innenminister und CSU-Chef strotzt im ZDF-Interview wieder vor Selbstbewusstsein: Ein Flüchtlingsabkommen mit Italien stehe kurz vor dem Abschluss, die Renten seien sicher und die Bayernwahl noch zu gewinnen. Horst Seehofer scheint wieder mit sich im Reinen.

26.08.2018

Trotz stundenlanger Gespräche blieb der Rentengipfel zwischen Angela Merkel, Vizekanzler Olaf Scholz und Horst Seehofer ohne Ergebnis. Die Bundeskanzlerin rechnet dennoch mit schnellen Ergebnissen, Scholz warnte vor Panikmache. Kritik hingegen gab es auch von Verdi-Chef Frank Bsirske.

26.08.2018