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Deutschland / Welt Kinder ohne Heimat
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kinder ohne Heimat
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05:02 20.06.2018
Rohingya-Flüchtlinge landen mit einem kleinen Schiff in Bangladasch. Quelle: AP
Berlin

Das Wort Flüchtling wird in Deutschland fast nur noch in negativen Zusammenhängen erwähnt. Wer Flüchtling sagt, der ist im öffentlichen Diskurs rasch bei Kriminellen, illegalen Einwanderern, bei Grenzkontrollen, Abschiebungen und angeblichem Staatsversagen. Und: Wer Flüchtlinge sagt, denkt gewiss an die Kanzlerin und ihre Regierungskrise.

Ich persönlich denke beim Wort Flüchtling an Kinder. Verzweifelte Kinder, verletzte Kinder, hungernde Kinder, Waisenkinder. Und ich sehe vor mir: spielende Kinder, lachende Kinder, wissbegierige Jungen und Mädchen, die ich in unseren Projekten getroffen habe.

Es mag manchen überraschen – aber es ist die traurige Wahrheit: Mehr als die Hälfte aller Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, ist minderjährig. Sie brauchen, wie unsere Kinder auch, Sicherheit und Geborgenheit, sie wollen spielen, lernen, dazugehören. Doch die meisten von ihnen leben in notdürftigen Verhältnissen, in Zeltstädten in der Türkei, in Pakistan oder im Libanon – das sind die Länder, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Ich spreche über mehr als 35 Millionen Jungen und Mädchen, die unschuldig in Krisen geraten sind, weil die Welt der Erwachsenen – die globale Staatengemeinschaft – nicht in der Lage ist, Konflikte zu befrieden, Verfolgung zu stoppen und mit Menschlichkeit Politik zu machen. Wir sollten am heutigen Mittwoch, am Weltflüchtlingstag, die Menschen in Deutschland und die Politiker daran erinnern, dass es die Kinder dieser Welt sind, die in der Flüchtlingskrise besonders leiden. Wir dürfen sie nicht vergessen.

Susanna Krüger ist Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation Save the Children Deutschland.

Von Susanna Krüger

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