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Deutschland / Welt Kanada erlaubt das Kiffen
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10:41 20.06.2018
Eine blühende Cannabis-Pflanze: Als erstes führendes Industrieland der Welt hat Kanada den Anbau und Verkauf von Cannabis legalisiert. Quelle: dpa
Toronto

Kanadas Parlament hat den Konsum von Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert. Dem Gesetzentwurf der Regierung von Ministerpräsident Justin Trudeau stimmte der Senat mit 52 zu 29 Stimmen zu. Die Kanadier müssen aber noch mindestens einige Monate warten, bis sie legal Marihuana kaufen können.

Eigentlich hatte die Regierung den 1. Juli als Starttermin für die Legalisierung anvisiert. Doch erklärte sie unlängst, dass Verwaltungen der Provinzen und Gemeinden acht bis 12 Wochen nach der Gesetzesverabschiedung im Senat und der Zustimmung des Königshauses für die Verkaufsvorbereitungen brauchen würden. Nun wird erwartet, dass die Regierung von Trudeau Anfang oder Mitte September ins Auge fasst.

„Es war zu leicht für unsere Kinder, an Marihuana heranzukommen - und für Kriminelle, daraus Profit zu schlagen. Heute ändern wir das“, schrieb Trudeau nach der Abstimmung im Senat via Twitter. Nach Uruguay wird Kanada damit der zweite Staat auf der Welt, der einen landesweiten legalen Marihuana-Markt bekommt. Jede Provinz in Kanada will unterschiedliche Regeln für den Cannabis-Verkauf aufstellen.

Der unabhängige Senator Tony Dean, der die Vorlage in den Senat gebracht hatte, nannte das Votum historisch. Es beende 90 Jahre Strafverfolgung von Cannabis im Land, „90 Jahre unnötiger Kriminalisierung, 90 Jahre, in denen der Einfach-Nein-Sagen-Ansatz zu Drogen nicht funktioniert hat.“

Streit um das Mindestalter für den Konsum

Die kanadische Regierung war den Empfehlungen einer Kommission zum Cannabiskonsum gefolgt, nach denen Erwachsenen künftig erlaubt werden soll, bis zu 30 Gramm Gras bei sich zu tragen und vier Pflanzen zu besitzen. Zudem wurde empfohlen, Marihuana nicht in denselben Geschäften wie Alkohol und Tabak zu verkaufen. Kontrovers diskutiert wurde das erlaubte Mindestalter für den Konsum, das je nach Provinz bei 18 oder 19 liegen wird. Fürsprecher hatten argumentiert, eine Altersgrenze von 21 sei ein Türöffner für Kriminelle, die Cannabis an eine jüngere Zielgruppe verkaufen wollten.

Konservative Politiker äußerten sich dagegen kritisch. Senator Leo Housakos sagte, wer sich als junger Mensch von Marihuana ferngehalten habe, weil es illegal gewesen sei, bei dem verstärke sich jetzt vermutlich die Neigung dazu, es doch zu nehmen.

Von dpa/RND

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