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Deutschland / Welt Juncker fordert mehr Respekt gegenüber Italien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Juncker fordert mehr Respekt gegenüber Italien
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18:55 01.06.2018
Jean-Claude Juncker sichert der möglichen Koalition in Italien die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu. Quelle: rg
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Brüssel

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erwartet von der deutschen Öffentlichkeit mehr Respekt gegenüber Italien. Er halte „nichts von Belehrungen an die Adresse Roms“, sagte Juncker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und erinnerte an den Umgang mit Griechenland auf dem Höhepunkt der Euro-Krise. „Gegenüber Griechenland hat es damals zu viele Belehrungen gegeben, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Da wurde die Würde des griechischen Volkes mit Füßen getreten. So etwas darf jetzt mit Italien nicht wieder passieren“, forderte Juncker.

Er selbst wolle sich nicht in die italienische Debatte über die Regierungsbildungskrise einmischen. „Ich möchte nicht den von den Populisten verbreiteten Vorwurf nähren, dass wir uns von Brüssel aus in die Belange Italiens einmischen würden.“ Daher habe er auch nicht mit Italiens Staatschef Sergio Mattarella über die Bildung einer Regierung in Rom gesprochen.

Politiker an ihren Taten messen

Der sich abzeichnenden Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega bot Juncker eine Zusammenarbeit an: „Die Kommission wird wie immer mit jeder gewählten Regierung zusammenarbeiten.“ Anzeichen für einen Euro-Austritt des Landes unter der neuen Regierung sieht Juncker nicht. „Man sollte Politiker nicht an ihren rhetorischen Einlassungen messen, sondern an ihren Taten“, forderte der Luxemburger. Juncker verwies auf jüngste Äußerungen führender Fünf-Sterne- und Lega-Politiker und sagte: „Ich nehme zur Kenntnis, dass zuletzt sowohl die Fünf-Sterne-Bewegung als auch die Lega ihre Positionen zum EU-Austritt Italiens kassiert haben.“

Italien profitiert von Flexibilitätsklauseln

Zugleich verwahrte sich der Kommissionschef gegen die Behauptung, die Italiener litten unter Brüsseler Sparauflagen: „Ich habe Flexibilitätsklauseln im Stabilitäts- und Wachstumspakt eingeführt. Davon hat Italien als einziges Land profitiert“, sagte Juncker und unterstrich: „Die Italiener können wirklich nicht über Brüsseler Austeritätszwänge klagen.“

Von RND/Marina Kormbaki

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