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Deutschland / Welt Israel rettet syrische Weißhelme
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Israel rettet syrische Weißhelme
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13:54 22.07.2018
Ein Weißhelm versorgt ein Opfer des Giftgasangriffs in Chan Scheichun. Quelle: dpa
Jerusalem

Das israelische Militär hat Mitglieder der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme aus einem unruhigen Grenzgebiet auf den Golanhöhen gerettet und in ein Drittland gebracht. Die „außergewöhnliche humanitäre Geste“ sei auf Antrag der USA und ihrer europäischen Verbündeten erfolgt, teilte das Militär am Sonntag mit. Grund dafür sei „eine unmittelbare Bedrohung für Leben (von Syrern)“. Es ist das erste Mal, dass Israel auf diese Art in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen hat.

Israelische Medien berichteten, rund 800 Mitglieder der Weißhelme und deren Familienangehörige seien über Nacht in Sicherheit gebracht worden. Sie seien nach Jordanien geschickt worden und würden von dort nach Deutschland, Großbritannien und Kanada reisen.

Syrer bleiben drei Monate in Jordanien

Das jordanische Außenministerium bestätigte, dass 800 syrische Staatsbürger das jordanische Staatsgebiet betreten hätten, um in westlichen Ländern umgesiedelt zu werden. Die Syrer würden drei Monate in Jordanien bleiben, sagte Ministeriumssprecher Mohammed al-Kajed. „Der Antrag wurde basierend auf rein humanitären Gründen angenommen“, sagte er.

Das israelische Militär teilte mit, sein Vorgehen bringe keine Veränderung der Politik Israels zum Ausdruck, sich nicht in den syrischen Krieg einzumischen.

US-Regierungsvertreter hatten gesagt, dass sie Pläne fertigstellten, um mehrere Hundert Weißhelme und ihre Familien aus dem Südwesten Syriens zu bringen. Die Weißhelme, die seit Jahren von den USA und anderen westlichen Ländern unterstützt werden, würden wahrscheinlich von syrischen Regierungssoldaten angegriffen, wenn diese die Kontrolle über den Südwesten Syriens zurücknehmen, sagten die Regierungsvertreter.

Weißhelme riskieren für Zivilisten ihr Leben

Seit dem Beginn der syrischen Regierungsoffensive im Juni ist die Gegend entlang der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen die sicherste im Südwesten Syriens gewesen. Hunderte vertriebene Personen sind dort hingegangen. Syrische Regierungssoldaten sind mit Hilfe Russlands durch den Südwesten Syriens gezogen, um die Kontrolle der Regierung über den Teil des Landes zu festigen.

Die Weißhelme haben in Oppositionsgegenden in Syrien gearbeitet. Sie haben freiwillig ihre Leben riskiert, um Hunderte von Zivilisten während Luftangriffen der Regierung zu retten.

Von RND/ap