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Internationale Pressestimmen zum Tod Helmut Kohls

„Glücklichster Kanzler“ Internationale Pressestimmen zum Tod Helmut Kohls

Trauer und Anerkennung für den Kanzler der Einheit auch im Ausland: Viele Zeitungen bringen großformatige Fotos des Altkanzlers mit Textzeilen wie „Helmut Kohl 1930-2017“ oder „Danke, Helmut Kohl“.

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, CDU, winkt der jubelnden Menge vor dem Reichstag in Berlin am 3. Oktober 1990 zu.

Quelle: imago

Berlin. „Vielleicht der glücklichste Kanzler Deutschlands“, titelt die italienische Zeitung „La Repubblica“ mit Blick auf Kohls Verdienste um die deutsche Einheit. Doch auch von der „Tragik Helmut Kohls“ ist in Pressestimmen die Rede. Eine Auswahl der Pressestimmen vom Samstag:

„L'Alsace“ (Frankreich)

„Helmut Kohl hat – geschwächt durch die Affäre der schwarzen Kassen - sicherlich seinen Abschied verpatzt. Es war Angela Merkel, die ihren Mentor von der politischen Bühne gedrängt hat. Aber indem sie gestern Abend ihre Anerkennung für sein Handeln aussprach, gibt Merkel, die unter der kommunistischen Diktatur aufwuchs und studierte, ihm seinen Platz im Pantheon der großen Männer wieder.“

„Guardian“ (Großbritannien) 

„Kohl mag sich von Bismarck so sehr unterschieden haben wie Bonn von Berlin. Aber er war ebenso sehr ein Eiserner Kanzler, eisern hinsichtlich seiner Ausdauer, unerschütterlich in seinem Selbstvertrauen. Der Autor mehrerer Bücher, darunter Memoiren, der einst als Helmut II. verspottet wurde, weil er so viel glanzloser war als Helmut I., also Helmut Schmidt, bekommt auch in den Geschichtsbüchern seine Rache: Es war Kohl, nicht Schmidt, der bereitstand, als der Zug zur deutschen Wiedervereinigung vorbeirollte.“ 

„La Repubblica“ (Italien)

„Vielleicht war Helmut Kohl der glücklichste Kanzler Deutschlands. Der, der die schmerzhafteste Wunde geschlossen hat, die, die nach dem Krieg Millionen von Familien in zwei geteilt und zerstört hat und halb Berlin in eine Gefangenen-Enklave in Ostdeutschland verwandelt hatte. (...)“

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„de Volkskrant“ (Niederlande)

„Wie jeder andere war auch Helmut Kohl überrascht von den schnellen Entwicklungen im November 1989. Aber er reagierte darauf auch blitzschnell. Ungeachtet des Widerstands der britischen Premierministerin Margaret Thatcher (mit ihren berühmt gewordenen Sprüchen: "Mir sind zwei Deutschland lieber als eins." und  "Zweimal haben wir die Deutschen geschlagen. Jetzt sind sie wieder da.") und des Zögerns des französischen Präsidenten François Mitterrand (wird Europa nun ein "deutsches Europa"?) ergriff Kohl die Chance.“

„Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz)

„Natürlich lässt sich an einzelnen Entscheidungen von Spitzenpolitikern immer herummäkeln. Kohl machte dabei keine Ausnahme. Die wahre Größe von Staatsmännern zeigt sich, wenn sie im richtigen Augenblick das Richtige tun. Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, wusste Kohl intuitiv, was die Stunde geschlagen hatte. Er sah die Chance und ergriff sie. Er, dem immer nachgesagt worden war, Probleme auszusitzen, ging hohe Risiken ein.“

„Tages-Anzeiger“ (Schweiz)

„Gewiss, es war auch ein historischer Zufall, der Kohl zum gefeierten Vater der deutschen Einheit machte. Wäre die Mauer nicht gefallen, hätte er dazu vielleicht nie die Chance gekriegt. Doch es stimmt auch, dass der Kanzler in den entscheidenden Monaten 1989/90 sehr viel richtig gemacht hat. Die Skepsis gegen die deutsche Wiedervereinigung war anfänglich groß. Nicht nur in Moskau, auch in Paris und London. An eine Eingliederung eines neuen Deutschland in die Nato wagte man gar nicht zu denken – zu strikt waren die Sowjets dagegen. Doch Kohl gelang das Unmögliche.“

„De Standaard“ (Belgien)

„Helmut Kohl, der Mann der deutschen Einheit, der Verankerung des vereinten Deutschlands in Europa und des Euro, der die europäische Einheit unumkehrbar machen soll, vermisste bei vielen der heutigen europäischen Spitzenpolitiker europäischen Idealismus. Zu seinen letzten Worten gehörte die Mahnung, dass viel auf dem Spiel stehe, es gehe um unsere Zukunft und "unsere Zukunft heißt Europa".“

Von RND/dpa

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

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