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Deutschland / Welt Deutschland nimmt europaweit die meisten Flüchtlinge auf
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutschland nimmt europaweit die meisten Flüchtlinge auf
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09:51 25.06.2018
Migranten warten auf einen Gesundheitscheck, nachdem sie auf einem Schiff der italienischen Küstenwache den Hafen der sizilianischen Stadt Catania erreichten. Quelle: dpa
Berlin

In Deutschland befinden sich einem Bericht zufolge europaweit die meisten Schutzberechtigten und Asylbewerber. Mit Stand Ende Dezember 2017 zählte das Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 1,41 Millionen dieser Migranten, wie die „Welt“ berichtete.

Danach folgt Frankreich (402.000) vor Italien (355.000). Noch hinter Ländern wie Schweden (328.000) und Österreich (173.000) liegt Griechenland (83.000). Die griechische Regierung selbst sprach sogar nur von etwa 60.000 Schutzsuchenden.

Die UNHCR-Auflistung bezieht sich nur auf Schutzberechtigte, Asylbewerber und aus anderen humanitären Gründen Bleibeberechtigte. Abgelehnte Asylbewerber sind darin nicht enthalten. Im Vergleich: 2004 kamen demnach weniger als 50.000 Asylbewerber nach Deutschland. Diese Zahl wurde in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits überschritten.

In Nordrhein-Westfalen leben mehr Asylzuwanderer als in ganz Italien

Allein in Berlin lebten laut dem Bericht heute mehr Asylzuwanderer als in ganz Griechenland. Mehr als 83.000 von ihnen lebten in der deutschen Hauptstadt. Mehr als fünfmal so viele Zuwanderer (433.236) lebten Ende des vergangenen Jahres in Nordrhein-Westfalen – mehr als in ganz Italien.

Auch die Daten zu Asylentscheidungen belegten eindeutig die Ungleichverteilung in Europa zulasten Deutschlands, nicht zulasten Griechenlands oder Italiens, heißt es bei „Welt“ weiter. Nach Eurostat-Zahlen seien im vergangenen Jahr 524.185 entsprechende Entscheidungen in der Bundesrepublik getroffen worden, mehr als in allen übrigen EU-Staaten zusammen.

Unterdessen weisen die Autoren darauf hin, dass keinesfalls belegt sei, „dass Italien und Griechenland nicht grundsätzlich stark belastet seien“. Den Ländern fehlten Mittel, um „eine Asylaufnahme wie Deutschland zu stemmen“. Die Systeme zur Bearbeitung von Asylanträgen seien langsam, zudem fehle es an Unterkünften.

Von RND/dpa/are