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Deutschland / Welt „Ich bin mit mir im Reinen“
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18:19 31.08.2017
Martin Schulz war am Donnerstag auf Wahlkampftour in Kiel. Quelle: dpa
Berlin

Am Tag nach dem Aufsehen erregenden Interview von Außenminister Sigmar Gabriel eilte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz seinem Parteikollegen zu Hilfe. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gab Schulz trotz der jüngsten Rückschläge den altbekannten Kämpfer.

Herr Schulz, Sigmar Gabriel hat offenbar den Glauben daran verloren, dass die SPD stärker werden könnte als die Union. Sie auch?

Das ist Unfug. Sigmar Gabriel hat gesagt, er will, dass ich Kanzler werde. Das will ich auch. Er hat darauf hingewiesen, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler noch unentschlossen ist. Stimmt. Deshalb ist das Rennen offen.

Wörtlich hat Gabriel gesagt: Mit der Großen Koalition und Frau Merkel ist das schwer für Martin Schulz, Kanzler zu werden, weil da gibt es dann schon jemanden. Das bedeutet doch, dass er von einer CDU ausgeht, die stärker als die SPD ist.

Das ist Ihre Interpretation. Sigmar Gabriel hat doch eine Banalität ausgesprochen: Martin Schulz kann nicht unter Angela Merkel Kanzler werden. Deshalb wollen wir sie ja ablösen.

Hat Gabriel sich verplappert?

Nein. Mein Ziel ist und bleibt es, Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden, mit der SPD als stärkster Partei. Dafür kämpfen Gabriel, ich und die gesamte SPD jeden Tag 24 Stunden.

Das TV-Duell in Schleswig-Holstein mit Torsten Albig hat CDU-Herausforderer Daniel Günther für sich genutzt. Haben Sie sich das noch einmal angesehen?

Auch das TV-Duell hier in Schleswig-Holstein hat gezeigt: Eine Wahl entscheidet sich im Schlussspurt. Für mein Duell mit Frau Merkel am Sonntag wird es eine große Aufmerksamkeit geben. Viele Menschen wollen Antworten bei den wichtigen Themen.

Vor einem halben Jahr hat der Parteitag der Nord-SPD in Lübeck gejubelt, weil Sie die Kanzlerkandidatur übernahmen. Nach der Schlappe bei der Landtagswahl sitzt der Frust tief. Wie wollen Sie die Schleswig-Holstein-SPD wieder aufrichten?

Ich erlebe hier eine Partei, die gerade jetzt für den Erfolg kämpft. Die Menschen wissen zwischen einer Landtagswahl und einer Bundestagswahl zu unterscheiden. Und bei der Landtagswahl gab es auch hausgemachte Probleme.

Die Nord-SPD hat sich noch nicht neu aufgestellt: Was raten Sie ihrem Spitzenmann Ralf Stegner?

Dem rate ich, das zu tun, was er derzeit macht: bis zum 24. September die Partei hier zu mobilisieren, weil wir die Bundestagswahl gewinnen wollen. Die Nord-SPD ist eine sehr kampferprobte Partei. Denen merkt man kaum an, dass die ’ne Niederlage wegstecken mussten, so motiviert sind die.

Die rechnerische Mehrheit für eine Ampelkoalition hat die SPD im Land nicht genutzt. Würden Sie die Chance nach der Bundestagswahl ergreifen?

Ich sage zu Koalitionsfragen immer das Gleiche: Wir haben das differenzierteste Programm von allen Parteien vorgelegt. Wer nach der Wahl meint, auf der Grundlage dieses Programms mit uns koalieren zu können, ist herzlich eingeladen, auf uns zuzukommen.

Wie groß ist der Druck?

Das glaubt mir jetzt keiner, aber ich verspüre keine übermäßige Anspannung. Ich bin innerlich entspannt, mit mir im Reinen. Ich weiß, dass wir die richtigen Konzepte haben.

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder will auf keinen Fall auf den umstrittenen Aufsichtsratsposten bei Rosneft verzichten. Sie hatten ihn dazu aufgefordert. Sind Sie enttäuscht?

Das muss er selber wissen. Ich habe Schröder deutlich gesagt, dass ich das Angebot an seiner Stelle nicht annehmen würde. Dabei bleibe ich auch. Aber am 24. September steht die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland zur Wahl, darum geht es jetzt.

Von Andreas Niesmann/Lars Fetkoeter/RND

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