Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Sexismus-Debatte – Beirat stärkt Frauen den Rücken
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sexismus-Debatte – Beirat stärkt Frauen den Rücken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 20.10.2018
Der Wachturm auf der Außenmauer der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Hinter diesen Mauern gärt es seit langem. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Berlin

Der Beirat der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen hat den sechs ehemaligen Mitarbeiterinnen der Einrichtung den Rücken gestärkt, die Anfang Juni einen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geschrieben und darin „strukturellen Sexismus aus der Führungsetage“ der Gedenkstätte beklagt hatten. Das geht aus einer Erklärung hervor, die nach der Beiratssitzung am Freitag auf der Homepage der Stiftung veröffentlicht wurde.

Darin heißt es unter Punkt zwei: „Der Beirat äußert seine Hochachtung vor den Frauen, die mit ihrer Initiative dazu beigetragen haben, die sexuellen Belästigungen in der Gedenkstätte bekannt zu machen.“ Außerdem unterstütze der Beirat „den vom Stiftungsrat eingeleiteten Kulturwandel“.

Der Beiratsvorsitzende Dieter Dombrowski wird in der Erklärung mit den Worten zitiert: „Der Beirat steht auch weiterhin dafür, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen als wichtigen Ort der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur weiterzuentwickeln.“ Aus dem Umfeld der Gedenkstätte waren die Frauen, deren Namen bis heute aus Angst vor persönlichen Nachteilen anonym bleiben, teilweise kritisiert und ihre Glaubwürdigkeit infrage gestellt worden. Diese hatten sich daraufhin öffentlich dagegen zur Wehr gesetzt.

Knabe wies Sorge über sexuelle Belästigung zurück

Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) verzichtete der Beirat darauf, die vom Stiftungsrat beschlossene Entlassung des Direktors Hubertus Knabe und seines Stellvertreters Helmuth Frauendorfer ausdrücklich gut zu heißen. Dem Verzicht war demnach ein Einspruch des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, vorausgegangen.

Auf Nachfrage seiner Vorgängerin Marianne Birthler, warum er dies nicht wolle, antwortete Jahn, das habe formale Gründe. Der Beirat sei für Personalfragen nicht zuständig. Alle anderen Beiratsmitglieder, so verlautet aus dem Umfeld des Gremiums, hätten eine weitergehende Erklärung mitgetragen.

Jahn gilt als Weggefährte Knabes. Knabe hatte sich 2016 seinerseits für Jahns damals nicht unumstrittene Wiederwahl stark gemacht. Allerdings habe auch der Stasiunterlagenbeauftragte ansonsten keine Einwände gegen die Erklärung gehabt, heißt es. Mehrere Vorträge – unter anderem von Birthler und Lederer – hätten nämlich eindrücklich unter Beweis gestellt, dass Knabe sich jahrelang hartnäckig geweigert habe, das seit mindestens 2011 bestehende Problem der sexuellen Belästigung zur Kenntnis zu nehmen und für Abhilfe zu sorgen.

Entlassung von Knabe ist umstritten

Anfang Oktober hatten die Beiratsmitglieder Heidi Bohley, Freya Klier, Edda Schönherz und Barbara Zehnpfennig Knabes Rückkehr gefordert. Drei von ihnen waren später zurück getreten. Auch Teile der CDU unter dem stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden Arnold Vaatz setzen sich für den 59-Jährigen ein. Sie alle halten die Ablösung des Direktors für letztlich politisch motiviert. In Teilen der SED-Opferszene besteht die Befürchtung, dass mit Knabes Ablösung die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit enden könnte, da dieser sich stets für die Belange der Opfer engagiert hatte.

Sowohl Knabe als auch Frauendorfer haben gegen die Kündigung Klage eingereicht. Im Fall Frauendorfer findet bereits am 29. Oktober eine so genannte Güteverhandlung vor dem Berliner Arbeitsgericht statt. Im Fall Knabe ist laut Gericht „zunächst zu klären, ob der Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen eröffnet ist; ein Gerichtstermin wurde daher noch nicht anberaumt.“

Von Markus Decker/RND

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, dann käme die SPD auf historisch niedrige 14 Prozent. SPD-Chefin Andrea Nahles stellt ihre Partei angesichts der Krise nun vor eine Wahl: „Gucken wir jetzt wie die Kaninchen auf die Schlange oder sehen wir das als Herausforderung?“

20.10.2018

Afghanistan wählt ein neues Parlament. Bereits vor Öffnung der Wahllokale stehen die Menschen schlange. Aufgrund organisatorischer Mängel gehen aber viele wieder enttäuscht nach Hause. Mit Angriffen versuchen die Taliban, den Urnengang zu stören.

20.10.2018

Optimistisch in die Zukunft blicken. Das fordert Kanzlerin Angela Merkel beim CDU-Parteitag in Thüringen von ihrer gesamten Partei. Sie wird dabei sehr deutlich: Mit der aktuellen Debatte über Fehler aus der Vergangenheit „verplempere“ man nur unnötig Zeit, mit „Griesgram gewinnt man die Leute nicht.“

20.10.2018