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Deutschland / Welt Herber Rückschlag für Marine Le Pen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Herber Rückschlag für Marine Le Pen
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16:14 22.09.2017
Gehen getrennte Wege: Marine Le Pen und ihr bisheriger Stellvertreter beim Front National, Florian Philippot. Quelle: imago
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Paris

Beunruhigung, Verunsicherung, Enttäuschung? Nichts von alledem wollte sich Marine Le Pen anmerken lassen, nachdem Florian Philippot, ihre bisherige rechte Hand, am Donnerstag seinen Rücktritt erklärt hatte. Der ehemalige Parteivize werde an der Spitze seiner eigenen politischen Strömung lediglich „seine Energie verschwenden“, kommentierte die Chefin des Front National. Wer nun aber denke, die Linie des Front National werde sich ändern, der täusche sich.

Doch Philippots Abgang stellt die 49-Jährige durchaus vor Probleme, zumal der Streit – wie so oft bei der rechtsnationalen Partei – in den Medien ausgetragen wird. Anlass war seine Weigerung, vom Vorsitz seines vor einigen Monaten gegründeten Think Tanks „Die Patrioten“ zurückzutreten, den Le Pen als Konkurrenz-Vereinigung zum Front National sah. Als sie ihm nun die Funktion des Kommunikationschefs entzog, verließ er die Partei gänzlich mit der Begründung, lächerlich wolle er sich nicht machen.

Philippot – vom Chef-Strategen zum Sündenbock

Jahrelang war der 35-Jährige, zuletzt gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Damien, Le Pens einflussreichster Berater. Philippot galt als intellektueller Urheber der Strategie der Modernisierung, ja „Entdämonisierung“ der Partei, in der zumindest allzu offen rassistische und antisemitische Töne keinen Platz mehr finden sollten. Mit ihr hob sich die Rechtspopulistin von ihrem Vorgänger und Vater Jean-Marie Le Pen ab – so sehr, dass sie auch mit diesem brach. Die Strategie ging auf, da sie den Front National auch jüngeren Wählern und der Mittelschicht zugänglich machte, regional verankerte und mithin zu einer Serie an Wahlerfolgen verhalf. Dazu gehörte auch das Ergebnis der Präsidentschaftswahl, wo Le Pen in der Stichwahl 33,9 Prozent der Stimmen erzielte. Doch da dieses Ergebnis unter den selbst gesetzten Erwartungen lag, wurde es als Niederlage wahrgenommen – und Hauptberater Philippot als Hauptverantwortlicher ausgemacht. Zu sehr habe er auf einen (bei den Franzosen umstrittenen) Ausstieg aus dem Euro gesetzt, zu wenig auf die Themen Einwanderung, innere Sicherheit und Islam, monierten Kritiker. Auch dass Philippot homosexuell ist und als redegewandter Absolvent der Elitehochschule ENA wenig volksnah auftritt, machte ihn bei den Anhängern der Rechts-Partei angreifbar.

Le Pen-Nichte und Hardlinerin vor dem Comeback

Stets galt er als Gegenspieler von Marion Maréchal-Le Pen, einer Hardlinerin, die ihrem Großvater Jean-Marie Le Pen ideologisch nahesteht. Die 27-Jährige hat sich nach dem Präsidentschaftswahlkampf aus der Politik zurückgezogen, aber die Entscheidung gilt als vorläufig. Ein Comeback ihrer populären Nichte könnte Marine Le Pen in die Bredouille bringen. Aber es würde auch einen Rechtsruck bedeuten, der wiederum gemäßigte Anhänger des Front National vertreiben könnte. Möglicherweise in die Arme von Philippot, dem einige Parteikader gefolgt sind. Er erklärte nun, seine Bewegung „Die Patrioten“ sei mehr als „einfach eine Anti-Einwanderer-Gewerkschaft“ und ein „modernes Projekt“ gegenüber dem Front National, der sich von seinen „alten Dämonen“ einholen lasse. Auch Allianzen mit dem rechten Flügel der Republikaner oder dem EU-Gegner Nicolas Dupont-Aignan, der sich für die Präsidentschaftswahl kurzzeitig mit Le Pen verbündete, erscheinen denkbar. Für den Front National würde das einen empfindlichen Rückschlag bedeuten. Zudem steht er weiterhin im Visier der Justiz wegen Betrugsverdachtes sowie dem Vorwurf, Marine Le Pen habe eigene Mitarbeiter vom EU-Parlament bezahlen lassen.

Von Birgit Holzer/RND

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