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Deutschland / Welt Hamburg wird zur Festung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hamburg wird zur Festung
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15:46 25.06.2017
Das Polizeiaufgebot in Hamburg ist schon jetzt, knapp zwei Wochen vor dem G-20-Gipfel, gigantisch. Am Sonnabend begleitet ein Großaufgebot die Demonstration gegen die im Stadtteil Harburg eingerichtete zentrale Gefangenensammelstelle. Quelle: Foto: dpa
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Hamburg

Dröhnende Hubschrauber, gesperrte Straßen und Ausweiskontrollen: Die immensen Sicherheitsmaßnahmen während des G-20-Gipfels Anfang Juli versetzen die Hamburger Innenstadt für mehrere Tage in einen Ausnahmezustand. „Das öffentliche Leben wird deutlichen Einschränkungen unterliegen, da muss man nichts schönreden“, sagt Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Nach Einschätzung des ADAC droht in und um Hamburg der völlige Verkehrskollaps. Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Heimarbeit oder Überstundenabbau an. Viele Geschäfte und Gastronomie-Betriebe in oder nahe der Sicherheitszonen schließen.

Am 7. und 8. Juli wird Hamburg zum Mittelpunkt der Weltpolitik. An beiden Tagen treffen sich die G 20, zu denen 19 Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU gehören, in der Hamburger Messe. Am ersten Tag ist ein Konzert in der Elbphilharmonie geplant. Um diese Veranstaltungsorte werden Sicherheitszonen eingerichtet. Knapp 20 000 Polizeibeamte sichern nach Gewerkschafts-Angaben den Gipfel. „Die Messehallen werden eine Festung sein“, sagt Lenders.

Geschäftsleute befürchten Umsatzeinbußen

Der Tagungsort ist nahe der alternativen Szene-Stadtteile Schanze und Karolinenviertel, in denen viele Anhänger der linken Szene wohnen. Dass sich in ihrer direkten Nachbarschaft Präsidenten wie Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin treffen, sorgt für viel Unmut. „Freiheit stirbt mit Sicherheit“ – steht auf einer Fahne.

Einen Vorgeschmack auf den G-20-Gipfel hatten die Anwohner schon beim Treffen der OSZE-Außenminister im vergangenen Dezember bekommen. Wer zu seinem Haus wollte, musste sich an einem Kontrollpunkt ausweisen.

Geschäftsleute befürchten Umsatzeinbußen. „Wir beziffern den Umsatzausfall mit 15 Millionen Euro“, sagt Brigitte Engler vom City Management. Ihren Angaben zufolge wird ein Einkauf in großen Teilen des Zentrums möglich sein. Doch Besucher werden auch vor einigen verschlossenen Türen stehen: Die Einkaufspassage im Levantehaus in der Hamburger Innenstadt hat rund um den G-20-Gipfel zu. Auch in der Hafencity bleiben mehrere Geschäfte am 7. Juli, wenn die Regierungschefs zu einem Konzert in der Elbphilharmonie erwartet werden, geschlossen. „Öffnen macht überhaupt keinen Sinn, da kommt kein Mensch“, sagt Dana Krause, Shopleiterin des Eisladens Häagen-Dazs, der genau in einer Sicherheitszone liegt.

Eine Demonstration hat das Motto „G 20 – Welcome to hell“

Viele Demonstrationen und Aktionen gegen den Gipfel sind angekündigt. Neben tausenden friedlichen Demonstranten werden bis zu 8000 gewaltbereite aus dem In- und Ausland erwartet. Eine linksautonome Demonstration am Tag vor dem Spitzentreffen hat das Motto „G 20 – Welcome to hell“ (Willkommen in der Hölle). Einige Läden wollen ihre Fensterscheiben mit Holz schützen.

Die Kinder der Grundschulen Sternschanze und Katharinenschule in der Hafencity müssen nach Angaben der zuständigen Behörde am 7. Juli nicht zwingend im Unterricht erscheinen. Für die übrigen Schüler an staatlichen Schulen gelte die Schulpflicht jedoch uneingeschränkt, erklärt ein Sprecher. Es sei denn, die Eltern sehen am Tag des Gipfels eine akute Gefährdung – dann können sie ihr Kind mit einer konkreten Begründung abmelden. Auch einige Kitas öffnen nicht.

Hamburg im Ausnahmezustand? Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) glaubt nicht daran. Die meisten Hamburger würden im täglichen Leben weit weniger von dem Gipfel mitbekommen als oft vermutet. „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist“, sagte der SPD-Bundesvize. Woanders habe man das große Treffen nicht ausrichten können. Helgoland oder die Lüneburger Heide seien keine Alternative gewesen, allein schon wegen der vielen Teilnehmer.

Von Stephanie Lettgen

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