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Nach Krebsoperation

Gysi rechnet mit Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik

Linksfraktionschef Gregor Gysi rechnet fest mit der Rückkehr des krebskranken Parteivorsitzeden Oskar Lafontaine in die Bundespolitik. Lafontaine habe seine Operation „gut überstanden“.
Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine

© ddp

Das sagte Gysi dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Die Partei zog zugleich einen Pressebericht in Zweifel, demzufolge Lafontaine Opfer einer großangelegten Bespitzelungsaktion geworden sein soll.

„Wir haben miteinander telefoniert, und ich bin sehr optimistisch, dass er der Bundesrepublik und unserer Partei auch politisch erhalten bleibt“, sagte Gysi mit Blick auf Lafontaine. Der Vorsitzende habe „doch diese Ambitionen“, betonte Gysi. „Der Eingriff verlief erfolgreich“, erklärte Fraktionssprecher Hendrik Thalheim. Dem Parteichef gehe es den Umständen entsprechend gut. Der Heilungs- und Genesungsprozess entspreche den Erwartungen der behandelnden Ärzte. Berichten zufolge hat Lafontaine Prostatakrebs.

Einen Bericht des Magazins „Focus“, demzufolge Lafontaine vor zwei Jahren umfangreich von Privatdetektiven bespitzelt worden war, bezeichnete Thalheim als zweifelhaft. Sollte es derartiges aber doch gegeben haben, würde dies „ein bezeichnendes Licht auf diese Gesellschaft werfen“. In die Bespitzelung Ende 2007 seien insgesamt vier Detekteien eingebunden gewesen, und zwar über einen Zeitraum von mehreren Wochen, berichtete „Focus“.

Mehrere Observationsteams hätten am 10. Dezember 2007 zunächst beobachtet, wie der Parteivorsitzende im Dezember mit seinem Ko-Fraktionschef Gysi in einem Berliner Restaurant zusammengesessen habe, berichtete das Blatt. Von dort habe sich Lafontaine zu seiner Wohnung im Stadtteil Köpenick bringen lassen, wo kurz darauf auch die damalige Europaabgeordnete Sahra Wagenknecht eingetroffen sei. Einige Detektive hätten das Taxi Wagenknechts verfolgt, andere seien vor Lafontaines Wohnung gewesen. Wer hinter der Aktion stecke, sei nicht bekannt.

Thalheim sagte zu dem Bericht, am 10. Dezember 2007 habe die Fraktion ihre Weihnachtsfeier abgehalten, und zwar an einem anderen Ort. Dabei seien auch Lafontaine und Gysi anwesend gewesen.

Die Debatte über die Lafontaine-Nachfolge in seiner Partei bezeichnete Gysi als „völlig daneben“. „Wenn jemand ins Krankenhaus kommt, denkt man über alles Mögliche nach - aber nicht über dessen Nachfolge.“ Ohne Lafontaine drohe der Partei zum jetzigen Zeitpunkt ein Bedeutungsverlust, warnte der Fraktionsvorsitzende. „Wir wissen doch selbst, dass es einen Generationswechsel geben muss. Aber den lassen wir uns nicht vorschreiben.“

Kürzlich hatte der Thüringer Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow dafür plädiert, über eine künftige Nachfolge für Lafontaine im Parteivorsitz nachzudenken und dabei auch von einem Generationswechsel gesprochen. Ramelow hat seine Äußerungen inzwischen relativiert.

afp


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