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Fortsetzung der Erkundungen

Gorleben lockt mit neuen Jobs

Die Weitererkundung des Salzstockes in Gorleben dürfte im Wendland voraussichtlich zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen: Mindestens 200 Bergleute werden gesucht. Derweil ist die Diskussion um eine Privatisierung der Endlagerung neu entbrannt.
Rückblick
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  • Gorleben Atomkraftgegner protestieren gegen weitere Erkundung Kommentare 0
Arbeit für Bergleute: Die Gorleben-Erkundung soll im Drei-Schicht-Betrieb weitergehen.

Arbeit für Bergleute: Die Gorleben-Erkundung soll im Drei-Schicht-Betrieb weitergehen.

© dpa

Mindestens 200 Bergleute müssen bei der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE) eingestellt werden, damit die Arbeiten in rund 800 Meter Tiefe im Drei-Schicht-Betrieb fortgesetzt werden können. Wegen des Erkundungsstopps vor zehn Jahren hatte das Unternehmen, das seinen Sitz in Peine hat, einen großen Teil seiner Belegschaft entlassen. Zahlreiche Bergleute wurden zum Werksschutz versetzt. Derzeit stehen bei der DBE in Gorleben nur noch gut 70 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste.

Einen konkreten Termin für die Wiederaufnahme der untertägigen Erkundung gibt es noch nicht. Das Bundesumweltministerium teilte am Dienstag mit, noch in diesem Monat werde der neue Rahmenbetriebsplan bei der zuständigen niedersächsischen Bergbehörde eingereicht. Parallel dazu werde eine neue Sicherheitsanalyse angefertigt.

Während der Stillstandszeit in Gorleben kostete die Offenhaltung des Bergwerks jährlich gut 20 Millionen Euro. Dieser Betrag muss spätestens 2011 deutlich erhöht werden, er wird zu fast 100 Prozent von der Stromwirtschaft aufgebracht. Wie viel der Abschluss der Erkundungsarbeiten kosten wird, ist offen. Bisher wurden rund 1,5 Milliarden Euro in den Salzstock investiert.

Nach der Aufhebung des Moratoriums ist die Diskussion über die Privatisierung der Endlagerung neu entbrannt. Die Spitze des Bundesumweltministeriums denkt darüber nach, dem derzeitigen Gorleben-Betreiber, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die Zuständigkeit zu entziehen und diese der zu 75 Prozent in privater Hand befindlichen DBE oder einer neuen Bundesbehörde zu übertragen. Kritiker vermuten, dass Röttgen den atomkritischen BfS-Präsidenten Wolfram König entmachten will. Das Bundesumweltministerium bestreitet dies. Es werde aber erwogen, Aufsicht und Betrieb von Endlagern zu trennen.

Kritiker halten dies für einen Vorwand und verweisen darauf, dass die Aufsicht nicht beim BfS sondern beim Ministerium liegt. Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, warnt vor einem Verlust der Glaubwürdigkeit, sollte König abgelöst werden. König habe hohes Ansehen erworben, er orientiere sich an der Sicherheit. Die Grünen im Bundestag wollen beantragen, die DBE wieder in staatlichen Besitz zu überführen.

Klaus von der Brelie und Margit Kautenburger


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