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Milliarden-Defizit

Gesetzliche Kassen wollen bei Arzthonoraren kräftig sparen

Den Gesetzlichen Krankenkassen droht im kommenden Jahr ein Defizit von bis zu 15 Milliarden Euro. Sie fordern deshalb massive Einsparungen in allen Gesundheitsbereichen - auch bei den Arzthonoraren.
Bis zu 15 Milliarden Defizit bei den gesetzlichen kassen befürchtet: Im Gesundheitsbereich explodieren die Kosten.

Bis zu 15 Milliarden Defizit bei den gesetzlichen kassen befürchtet: Im Gesundheitsbereich explodieren die Kosten.

© dpa

Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordern massive Einsparungen bei den Ausgaben, um Beitragserhöhungen abzuwenden. „Eine Kopplung der Arzthonorare an die wirtschaftliche Entwicklung ist eine Möglichkeit“, sagte Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung, der „Passauer Neuen Presse“. „Im Krankenhausbereich könnte man durch mehr Wettbewerb günstigere Konditionen für die Krankenkassen ermöglichen“, fügte sie hinzu.

In der Regierungskommission, die am Mittwoch ihre Arbeit aufgenommen hat, müsse nicht nur über die Finanzierung, sondern auch über die Ausgaben gesprochen werden, forderte Pfeiffer. Wenn nichts unternommen werde, um Kosten zu sparen, würde spätestens im nächsten Jahr die breite Masse der Versicherten Zusatzbeiträge zahlen müssen, sagte sie.

Das Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung könnte nach Einschätzung des Bundesversicherungsamtes übereinstimmenden Presseberichten zufolge im kommenden Jahr deutlich größer ausfallen als bisher angenommen. Der Präsident der Behörde, Maximilian Gaßner, rechne bei ungünstigem Konjunkturverlauf mit einer Lücke von bis zu 15 Milliarden Euro, schrieben die „Passauer Neue Presse“ und die „Süddeutsche Zeitung“. Das optimistischste Szenario gehe von 6,4 Milliarden Euro Fehlbetrag aus. Bislang war Berichten zufolge ein Defizit von bis zu elf Milliarden Euro befürchtet worden.

Um Kostensteigerungen im Arzneimittelsektor abzufangen, fordert der Spitzenverband der Kassen „ein schnelleres Verfahren zur Nutzenbewertung neuer Medikamente und einen Mechanismus zur Preisfestsetzung, bei dem die Pharmaindustrie nicht die Preise einseitig diktiert“. Pfeiffer sagte, es müssten auch mehr schnell wirkende Maßnahmen wie ein erhöhter Herstellerabschlag für Arzneimittel beschlossen werden. „Es ist an der Zeit, dass bei den Arzneimitteln endlich der Nutzen für die Versicherten und nicht mehr der Gewinn für die Pharmaindustrie im Vordergrund steht“, betonte sie.

ap


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