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Deutschland / Welt Generalbundesanwalt vernimmt Folteropfer aus Syrien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Generalbundesanwalt vernimmt Folteropfer aus Syrien
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18:22 11.05.2017
Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe. Quelle: dpa
Berlin

Der Generalbundesanwalt hat gut zwei Monate nach der ersten deutschen Strafanzeige wegen Folter in syrischen Gefängnissen mit der Vernehmung der Zeugen begonnen. Die sehr ausführlichen Anhörungen der Folterüberlebenden fanden diese Woche in Berlin statt und sollen fortgesetzt werden.

„Die ersten Vernehmungen haben gezeigt, dass jeder, der in die Fänge eines solchen Terrorregimes gerät, absolut ausgeliefert ist“, sagte Wolfgang Kaleck vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), der an der Strafanzeige mitgewirkt hatte, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Strafanzeige gegen acht Geheimdienstchefs

Kaleck, der bei einigen Vernehmungen als anwaltlicher Zeugenbeistand zugegen war, sagte, ein Zeuge habe geschildert, wie Häftlinge, die mit dem Tode rangen, in einer überfüllten Zelle mit über 80 Menschen von Ratten angenagt worden seien. „Das Verfahren in Deutschland zeigt den Verantwortlichen in Syrien, dass sie nicht ungestraft davon kommen werden“, sagte der syrische Anwalt Anwar al-Bunni.

Die Folteropfer, die heute größtenteils Deutschland leben, haben mit Hilfe des ECCHR bislang Strafanzeige gegen acht Geheimdienstchefs und weitere hochrangige Regierungsvertreter gestellt.

Da es sich um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt, kann gegen die mutmaßlichen Täter auch hierzulande ermittelt werden. Der Generalbundesanwalt sammelt seit 2011 in einem sogenannten Strukturverfahren alle Informationen zu Kriegsverbrechen in Syrien.

Von RND/dpa