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Deutschland / Welt G7-Gipfel – Ende einer Epoche
Nachrichten Politik Deutschland / Welt G7-Gipfel – Ende einer Epoche
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21:28 09.06.2018
Der Schein trügt: Der G7-Gipfel war keinesfalls der Ort harmonischer Gespräche zwischen Donald Trump und anderen Weltpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: imago
Hannover

Die G7, einst als Wertegemeinschaft gestartet, ist bei dem Gipfel im kanadischen La Malbaie als eine zerstrittene Gruppe von Ländern mit Einzelinteressen gelandet. Der amerikanische Präsident zeigte demonstratives Desinteresse und reiste am Sonnabend vorzeitig ab. Die neue italienische Regierung ist bestenfalls in einer Findungsphase, wahrscheinlich aber bald der große Unsicherheitsfaktor innerhalb Europas. Selbst der Charme eines Justin Trudeau und die Unerbittlichkeit der Kanzlerin konnten nicht überdecken, was an diesem Wochenende deutlich geworden ist. Die Epoche der G7 (so wie wir sie kannten) hat in diesem Jahr im beschaulichen Québec ein Ende gefunden.

Es muss mehr gerungen werden

Doch folgt daraus, dass nun alles egal ist, jeder für sich kämpft? Natürlich nicht. Dem Scheitern der Wertegemeinschaft mit Larmoyanz und Resignation zu begegnen, wäre gerade der falsche Weg. Dass die Welt komplizierter geworden ist, kann nicht zur Folge haben, dass weniger miteinander gesprochen wird. Im Gegenteil. Es muss mehr geredet, verhandelt und gerungen werden, gerade auch in Formaten wie G7. Die Frage, ob in Anbetracht der bröckelnden gemeinsamen Werte die Gespräche auch wieder mit Russland geführt werden sollen, ist legitim. Die klare Antwort Merkels in dieser Frage ist es genauso – nein, nicht nach der Annexion der Krim.

Neue Allianzen werden gebraucht

Trotzdem zeigt dieser Gipfel, dass Deutschland und die Europäer neue Allianzen brauchen werden, wenn sie in Zukunft ihre Interessen durchsetzen wollen. Dabei geht es gar nicht darum, sich von den USA loszusagen, alle Verbündete für irrelevant zu erklären. Aber die Arten der Wertegemeinschaften verändern sich. War früher die Grenze zwischen Westen und Osten klar gezogen, ist heute alles verschwommener. So wie die G7 keine homogene Gruppe sind, so gehen auch in Europa die Interessen auseinander. Die Kunst ist, diese Herausforderung mutig anzunehmen. Warum sollen nicht Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien und Japan im Rahmen der G7 die tragenden Kräfte für Initiativen sein – auch ohne gemeinsames Schlusskommuniqué? Ähnliches gilt für Europa: Wer die EU reformieren will (und das muss geschehen) braucht eine neue Offenheit für Allianzen jenseits der 27 Partner.

Angela Merkel wirkte angespannt während der Gipfeltage in Québec, denn sie ist direkteste Zeugin des Verfalls einer Gemeinschaft, die auch immer ein Friedensversprechen in sich getragen hat. Aber ein Ende ist eben auch ein Anfang von etwas neuem. Wer dieses Ende der Epoche so annimmt, muss nicht pessimistisch auf die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Ländern in der Welt blicken. Sie ändern ihre Form, aber sie bleiben bestehen.

Von Gordon Repinski/RND

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