Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Frankreich wettet auf das „Ufo“ Merkel
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Frankreich wettet auf das „Ufo“ Merkel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 30.08.2017
Emmanuel Macron und Angela Merkel in Berlin. Quelle: dpa
Paris

Sie liegt gleichauf mit Bier und gutem Fußball, Autos und deutscher Pünktlichkeit: Für Franzosen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel laut Umfragen der letzten Jahre zu einem Aushängeschild Deutschlands geworden, eine Art Markenzeichen, ja Gütesiegel. Mit Ehrfurcht blicken sie auf jene Frau, die ihrer Ansicht nach so pragmatisch-souverän die Zügel in Deutschland in der Hand hält und Europas Weg maßgeblich bestimmt.

Dass sich daran nach dem 24. September etwas ändert, vermag sich in Frankreich kaum einer vorzustellen – inklusive der Regierung und Präsident Emmanuel Macron. Bei keiner der zahlreichen Gelegenheiten, zu der er und die Kanzlerin einander in der letzten Zeit begegneten, ließ er Zweifel daran, dass er auch künftig mit Merkel zusammenzuarbeiten gedenkt, vom Umgang mit der Flüchtlingskrise bis zur Reform der Euro-Zone. Im Juli empfing er allerdings auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz zu einem ausgiebigen Treffen im Élysée-Palast. Macron selbst ist der Beweis dafür, dass Umfrageinstitute sich täuschen können: Noch einige Monate vor der Präsidentschaftswahl galt er als Außenseiter, der letztlich vom Absturz der beiden Volksparteien profitierte.

Angela Merkel, das politische Ufo“

Von einer vergleichbaren Aufmerksamkeit, ja Aufgeregtheit, die die französischen Wahlen im Land selbst und darüber hinaus lange vor dem Stichtag erregten, ist kurz vor dem Votum in Deutschland jedoch nichts zu spüren. „Man hat den Eindruck, es ist schon entschieden“, sagt Hélène Bonnet, Journalistin beim Info-Fernsehsender LCI, der zum Privatsender TF1 gehört. „Wir schicken wohl ein Team nach Berlin zur Wahl selbst, während die Vorberichterstattung eher kurz und knapp ausfällt.“ Die deutschen Wahlen interessierten in Frankreich deutlich weniger als zuvor die französischen Wahlen im Ausland, so Bonnet.

Trotzdem ist es wohl kein Zufall, dass Marion Van Renterghem, Reporterin der Zeitung „Le Monde“, gerade jetzt eine Biografie mit dem Titel „Angela Merkel, das politische Ufo“ veröffentlicht. Für eine einfühlsame Serie über die Kanzlerin und ihren Weg in die Politik hat sie in diesem Jahr den deutsch-französischen Journalistenpreis erhalten.

Die Kanzlerin sei ein Element der Stabilität

Van Renterghem glaubt an Merkels Wiederwahl – auch weil ihr die aktuellen Turbulenzen in der Welt helfen, die das Geheimnis ihrer politischen Langlebigkeit mit erklärten: „Wenn sie erneut gewählt wird, hat sie viel Donald Trump, dem Brexit, Syrien, den Kriegen, den Dschihadisten usw. zu verdanken.“ Angesichts dieser unsicher gewordenen Welt sei die Kanzlerin ein Element der Stabilität: „Und die Deutschen, denen es insgesamt ganz gut zu gehen scheint, lieben die Stabilität.“

Eine Feststellung, die für die Franzosen nicht zutrifft, die nicht nur mit Macron einen Politiker gewählt haben, der tiefe Veränderungen verspricht – sondern auch einen, mit dem sie drei Monate nach der Wahl bereits zunehmend unzufrieden sind. Die drei- oder gar viermalige Wiederwahl eines Chefs an der Spitze der Regierung bzw. in Frankreich des Staates wäre undenkbar und auch rechtlich nicht möglich: Das Präsidenten-Mandat in Frankreich ist auf zwei Mandate à fünf Jahre begrenzt.

Von Birgit Holzer

Ganz allein hat Christian Lindner die FDP reanimiert, sie zu einer Ein-Mann-Partei umgekrempelt. Am 24. September könnte er zum Kanzlerinnenmacher avancieren. Aber Lindner weiß: Glänzen reicht nicht, er muss auch liefern.

30.08.2017

Am 24. September entscheiden die deutschen Wähler über die Zusammensetzung des Deutschen Bundestags. Selten waren so viele Wähler noch unentschieden, wem sie ihre Stimme geben sollen. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet mit dem Wahl-O-Maten wieder Abhilfe.

30.08.2017

Erstmals flog in dieser Woche ohne Vorankündigung eine Rakete von Nordkorea über Japan. Der UN-Weltsicherheitsrat verurteilte in einer Sondersitzung den jüngsten Raketentest. Unterdessen kündigte Kim Jong Un weitere Tests an.

30.08.2017