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Deutschland / Welt Festnahmen nach versuchtem Anschlag auf Venezuelas Staatschef
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Festnahmen nach versuchtem Anschlag auf Venezuelas Staatschef
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22:46 05.08.2018
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. Quelle: imago/Xinhua
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Caracas

In Venezuela sind nach dem versuchten Anschlag auf Machthaber Nicolás Maduro nach Behördenangaben sechs Menschen festgenommen worden. Dabei seien auch mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt worden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur AVN Innenminister Néstor Reverol am Sonntag in Caracas. Bei dem Einsatz seien auch Beweise sichergestellt worden.

Nach Regierungsangaben war Maduro am Samstag Ziel eines Bombenanschlags gewesen, der mit Drohnen während einer Militärparade verübt wurde. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede vor Soldaten hielt. Der Staatschef blieb unverletzt.

Zwei Drohnen mit je einem Kilo Sprengstoff

Bei dem Attentat seien zwei Drohnen benutzt worden, die jeweils mit einem Kilogramm des Sprengstoffes C-4 beladen gewesen seien, sagte Reverol. „Die Ladung kann Schäden in einem Radius von 50 Metern verursachen“, führte er fort. Die Regierung wollte am Montag weitere Details präsentieren. Direkt nach dem Zwischenfall waren Zweifel an der offiziellen Attentatsversion aufgekommen.

Maduro beschuldigte den scheidenden kolumbianischen Präsidenten, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, der Tat. „Ich hege keine Zweifel, dass dahinter „ultrarechte Kreise in Venezuela gemeinsam mit ultrarechten Kräften Kolumbiens und Juan Manuel Santos stecken“, sagte der autoritär regierende Sozialist.

Maduro sieht weitere Hintermänner in den USA

Weitere Hintermänner sah Maduro in den USA. Der US-Sicherheitsberater John Bolton dementierte eine Beteiligung Washingtons. „Ich kann eindeutig sagen, dass es keine Verwicklung der US-Regierung in all das gibt“, sagte er dem Sender Fox News. Auch die Regierung in Bogotá widersprach vehement.

Kritiker befürchten, dass der Vorfall nun zur Verschärfung der Repression genutzt wird. „Wir warnen davor, dass dieses konfuse Ereignis als Ausrede genutzt werden kann, um das verfassungsmäßige Recht des Volkes auf Protest abzuschaffen“, schrieb das Oppositionsbündnis Frente Amplio. Mit ihrer Reaktion wolle die Regierung zudem von der akuten Krise in dem Land ablenken.

Venezuela leidet seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise; internationale Organisationen warnen vor einer humanitären Notlage. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt kämpft mit einer Hyperinflation, das heißt, die Preise steigen explosionsartig und das Geld verliert rasant an Wert.

Von RND/dpa

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