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Deutschland / Welt Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland
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09:28 29.06.2017
„Ich finde, es braucht jetzt klare Kante“: SPD-Vorsitzender Martin Schulz spricht sich gegen einen Erdogan-Auftritt in Deutschland aus. Quelle: dpa
Berlin

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat offiziell einen Auftritt in Deutschland am Rande des G20-Gipfels beantragt.

„Wir haben seit gestern eine offizielle Anfrage der Türkei, die uns mitgeteilt hat, dass der türkische Staatspräsident Erdogan rund um den G20-Gipfel ... zu seinen Landsleuten sprechen möchte“, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD).

Gabriel sagte, er halte es für „keine gute Idee“. Es gebe „rund um den G20-Gipfel gar nicht die Polizeikräfte, um die Sicherheit herzustellen“. Außerdem passe ein solcher Auftritt „nicht in die politische Landschaft“, betonte der Minister. „Wir haben in der Bundesregierung dazu auch eine abgestimmte Meinung.“

Zuvor hatte sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bereits gegen einen Auftritt des türkischen Präsidenten ausgesprochen.

„Ausländische Politiker, die unsere Werte zu Hause mit Füßen treten, dürfen in Deutschland keine Bühne für Hetzreden haben. Ich will nicht, dass Herr Erdogan, der in der Türkei Oppositionelle und Journalisten ins Gefängnis steckt, in Deutschland Großveranstaltungen abhält“, sagte Schulz der „Bild“-Zeitung (Donnerstag).

Schulz: „Es braucht jetzt klare Kante“

Nach Informationen der Zeitung lässt Erdogan bereits über Agenturen einer geeigneten Halle oder einem Stadion suchen. Konkret soll demnach versucht worden sein, die Westfalenhalle in Dortmund für einen Auftritt zu mieten. Dies sei laut Medienbericht aber gescheitert.

Mit Blick auf frühere Absagen deutscher Kommunen für Veranstaltungen von Politikern der Erdogan-Partei AKP sagte Schulz weiter: „Es geht nicht um Brandschutz in den Hallen oder die Zahl der verfügbaren Parkplätze.“ Es gehe darum, dass Erdogan nicht die innenpolitischen Konflikte der Türkei nach Deutschland trage. „Die Bundesregierung darf die Städte nicht im Stich lassen. Ich finde, es braucht jetzt klare Kante.“

Von dpa/RND/zys