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"Dieser Angriff auf Paris meint uns alle"

Reaktionen auf Terrorserie "Dieser Angriff auf Paris meint uns alle"

Die Anschläge von Paris mit mehr als 120 Toten haben in Deutschland Fassungslosigkeit und tiefe Bestürzung ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich am Morgen zu den Anschlägen. Deutschland sichere Frankreich jedwede Unterstützung zu.

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Angela Merkel zu den Anschlägen in Paris.

Quelle: dpa

Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Frankreich nach den Terroranschlägen von Paris "jedwede Unterstützung" zugesichert, die Deutschland bieten könne. "Wir, die deutschen Freunde, wir fühlen uns Ihnen so nah", sagte die CDU-Politikerin am Samstagmorgen im Kanzleramt in Richtung der Opfer. Dieser Angriff auf die Freiheit "meint uns alle", sagte Merkel. Daher müssten auch alle gemeinsam den Kampf gegen den Terror führen. "Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror." Die Kanzlerin sagte, sie stehe im engen Kontakt mit der Regierung in Paris. Sie werde in Berlin "im Laufe des Tages mit den zuständigen Ministern zusammenkommen", um über die Konsequenzen für Deutschland zu beraten. Auch als Bürger gelte es nun "eine klare Antwort" zu geben, betonte Merkel. Schon in der Nacht hatte sie sich in schriftlicher Form entsetzt über die Attacken mit mindestens 120 Toten und zahlreichen Verletzten geäußert: "Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen."

Merkels Rede im Wortlaut

"Hinter uns liegt eine der schrecklichsten Nächte, die Europa seit langer Zeit erlebt hat. Die Menschen in Paris müssen einen Albtraum von Gewalt, Terror und Angst durchleiden. Und ich möchte Ihnen und allen Franzosen heute von hier aus vor allem eins sagen: Wir, die deutschen Freunde, wir fühlen uns Ihnen so nah. Wir weinen mit Ihnen. Wir werden mit Ihnen gemeinsam den Kampf gegen die führen, die Ihnen so etwas Unfassbares angetan haben. Ich bin in Gedanken bei den mehr als 120 Menschen, denen das Leben geraubt wurde und ich bin in Gedanken bei den Familien und Angehörigen.

Seien Sie versichert: Deutschland fühlt mit Ihnen, mit Ihrem Schmerz und mit Ihrer Trauer. Ich denke auch an die vielen Verletzten, mögen sie genesen, körperlich und seelisch. Die Menschen, um die wir trauern, wurden vor Cafes ermordet, im Restaurant, im Konzertsaal oder auf offener Straße. Sie wollten das Leben freier Menschen leben, in einer Stadt, die das Leben feiert. Und sie sind auf Mörder getroffen, die genau dieses Leben in Freiheit hassen. Dieser Angriff auf die Freiheit gilt nicht nur Paris. Er meint uns alle, er trifft uns alle. Und deswegen werden wir auch alle gemeinsam die Antwort geben. Da ist zunächst die Antwort der Sicherheitskräfte.

Die Bundesregierung steht dazu in engem Kontakt mit der französischen Regierung und hat jedwede Unterstützung angeboten. Wir werden alles tun, um bei der Jagd auf die Täter und Hintermänner zu helfen und gemeinsam den Kampf gegen diese Terroristen zu führen. Ich werde heute im Laufe des Tages mit den zuständigen Ministern zusammenkommen, um die weitere Entwicklung der Lage in Frankreich und alle damit verbundenen Fragen zu erörtern. Und dann geben wir auch als Bürger eine klare Antwort. Die heißt: Wir leben von der Mitmenschlichkeit, von der Nächstenliebe, von der Freude an der Gemeinschaft. Wir glauben an das Recht jedes Einzelnen, an das Recht jedes Einzelnen, sein Glück zu suchen und zu leben, an den Respekt vor dem anderen und an die Toleranz.

Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror. Lassen Sie uns den Terroristen die Antwort geben, indem wir unsere Werte selbstbewusst leben. Und indem wir diese Werte für ganz Europa bekräftigen. Jetzt mehr denn je."

US-Präsident Barack Obama hat die Anschläge von Paris mit Dutzenden Toten als „abscheulichen Versuch“ verurteilt, unschuldige Zivilisten zu terrorisieren. Es handele sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, sagte Obama am Freitag in Washington.

Schon in der Nacht zum Samstag hatte Bundespräsident Joachim Gauck erklärt, er sei tief erschüttert angesichts der Nachrichten aus Frankreich. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk."

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: "Wir sind mit unseren Gedanken bei unseren französischen Freunden und den Familien der Opfer." Er stehe in engem Kontakt mit den französischen Kollegen und habe Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten.

Es sei zu früh, um darüber zu spekulieren, wer für die Attacken verantwortlich sei. U S-Verteidigungsminister Ashton Carter ließ sich über die Situation in Paris unterrichten. Er wolle noch am Wochenende mit seinem Amtskollegen Jean-Yves Le Drian in Kontakt treten, teilte das Pentagon mit.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)hat sich entsetzt über die Terroranschläge gezeigt. "Die Dimension des Grauens, das mit all dem verkörpert wird, übersteigt die Vorstellungskraft eines Jeden", sagte Steinmeier am Samstag am Rande der Syrien-Konferenz in Wien, wie das Auswärtige Amt mitteilte. "Was als Fußballfest, als Freundschaftsspiel der Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich begann, endete als Inferno des Terrors gestern Abend", sagte der Minister. Gegenwärtig könne er nur sagen: "In dieser Stunde des Leidens und der Verzweiflung in Frankreich stehen wir fest an der Seite unserer französischen Freunde."

Der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärte am Morgen: ""Ich bin tief erschüttert. Unsere Herzen und Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei unseren französischen Freunden. Wir trauern um die vielen unschuldigen Toten." Die Terroranschläge in Paris richteten sich "gegen uns alle", sagte der Vizekanzler. "Deutschland steht an der Seite Frankreichs gegen diesen fanatischen Terrorismus. (...) Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit verteidigen."

Fußballclubs

Die Vereine der Fußball-Bundesliga haben mit großer Bestürzung reagiert. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Anschläge in Paris und ihren Angehörigen. PrayforParis", schrieb der deutsche Meister FC Bayern München am Samstagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter.

"Ergebnis unwichtig. An alle in Paris: Passt bitte auf Euch auf. Unsere Gedanken sind bei den Opfern", twitterte Borussia Dortmund nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich.

Fast alle Clubs äußerten in sozialen Netzwerken ihre Sorge und Betroffenheit. "Wenn Fußball so unwichtig ist - Hertha BSC trauert mit den Franzosen!", hieß es aus Berlin. Hannover 96 twitterte: " NiemalsAllein: Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer von Paris."

Obama bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. „Wir stehen bereit, jedwede Unterstützung zu leisten, die die Regierung und die Bevölkerung Frankreichs benötigen“, sagte Obama. Frankreich sei der älteste Verbündete der USA. Das französische Volk habe immer wieder Schulter an Schulter mit Amerika gestanden.

„Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der US-Präsident. „Diejenigen, die glauben, sie können das französische Volk oder die Werte, für die es steht, terrorisieren, liegen falsch.“

Obama erklärte, er wolle in den nächsten Tagen mit Präsident François Hollande in Kontakt treten. Da die Situation noch nicht unter Kontrolle sei, wolle er ihn nicht bei der Bewältigung der Krise stören.

dpa/ska

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