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Deutschland / Welt Eine schwierige Beziehung: Trump und die UN
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Eine schwierige Beziehung: Trump und die UN
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22:51 18.09.2017
US-Präsident Donald Trump Quelle: dpa
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New York

Viele Beobachter atmeten am Montag erleichtert auf, als der Chef des Weißen Hauses in kleinerer Runde eine erste kurze Erklärung abgab. Der 71-Jährige bemängelte zwar mit scharfen Worten, dass der UN-Apparat immer weiter wachse, viel Geld verschlinge und dennoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibe. Nichtsdestotrotz ließ er keinen Zweifel aufkommen, als größter Beitragszahler die Weltgemeinschaft weiterhin zu unterstützen. Ein Signal, das nicht zwangsläufig zu erwarten war.

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass Trump den Vereinten Nationen allerlei böse Absichten unterstellte. Am 21. März 2016 rief der damalige Wahlkämpfer seinen Anhängern zu: „Die UN sind kein Freund der USA, kein Freund der Freiheit, und, ja, kein Freund der Demokratie“. Vor allem mit Blick auf Israel warf er der Organisation vor, allzu voreilig für die Palästinenser Partei zu ergreifen.

Trump setzte sich als Geschäftsmann gegen die UN-Spitze durch

Obwohl das UN-Hauptquartier auf amerikanischen Boden steht und die Vereinigten Staaten stets der größte Geldgeber waren, gab es mittlerweile viele US-Präsidenten, die sich recht undiplomatisch gegenüber den Vertretern der Weltgemeinschaft äußerten.

Trumps Verhältnis zur UN-Spitze ist allerdings ein sehr spezielles: Es dürfte wohl nur wenige Geschäftsleute gegeben haben, die sich gegen den erklärten Willen der gesamten UN-Spitze durchsetzen konnten. So lieferte sich der Baulöwe Ende der neunziger Jahre mit dem damaligen Generalsekretär Kofi Annan eine monatelange verbale Auseinandersetzung über einen monumentalen Neubau, den Trump den Vereinten Nationen quasi vor die Nase setzte: Ganz nach seinem Bauherren-Credo „Je höher, umso teuer“ zog der eingefleischte New Yorker unmittelbar an der United Nations Plaza das zur damaligen Zeit höchste Wohngebäude hoch - den „Trump World Tower“. Die Appartments wurde für außergewöhnlich hohe Preise angeboten, da sie mit einem quasi unverbaubarem Blick warben. Und bis heute sind kleine trump-typische Schummeleien zu beobachten: Die Knöpfe der Fahrstühle zeigen 90 Stockwerke an, tatsächlich sind es nur 72.

In Manhattan herrschte eine „Think Big“-Stimmung

Erfolglos hatte sich Kofi Annan mehrfach bei der New Yorker Stadtspitze beschwert und Korrekturen an den Bauplänen gefordert, da der Neubau weit über das denkmalgeschützte UN-Gebäude hinausragen würde - doch der damalige Bürgermeister Rudy Giuliani ließ sich von den Protesten aus aller Welt nicht beeindrucken. In Manhattan herrschte zu der Zeit - kurz vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 - eine geradezu euphorische Stimmung, und Giuliani wollte die „Think Big“-Stimmung nach Kräften unterstützen. Alles andere erschien als Kleinkrämerei.

Annan wiederum war so empört über den Bauverträge, dass er den Beteiligten mafia-ähnliche Methoden unterstellte und davon sprach, dass bei diesem Projekt zwielichtige Leute mit „sehr langen Schatten“ eingebunden seien. Tatsächlich blieb die Giuliani-Trump-Allianz seither auffällig eng. Auch im vergangenen Jahr fragten sich viele Beobachter, warum sich der frühere Bürgermeister in den Präsidentschaftswahlkampf so vehement einschaltete und zwischenzeitlich als engster Vertrauter Trumps galt.

„Trump hat erreicht, was er wollte“

Fest steht: Trump verhielt sich während der Streitigkeiten mit der UN diplomatischer als die Chefdiplomaten. Annans Fehdehandschuh nahm er nicht auf, sondern betonte mehrfach seine Wertschätzung für dessen Arbeit. Später bot er sogar seine Dienste um, um das denkmalgeschützte UN-Gebäude preisgünstig zu sanieren. Annan lehnte Trumps Offerte kommentarlos ab.

Ob die alten Streitigkeiten den Auftritt am heutigen Dienstag überschatten? Renommierte Korrespondenten wie der CNN-Journalist John King gehen eher vom Gegenteil aus: „Trump hat erreicht, was er wollte.“ Der 71-Jährige trete nicht mehr als Bauherr und Bittsteller auf, sondern als größter Sponsor der UN. Nun könnte er sich durchaus großzügig zeigen.

Von Stefan Koch/RND

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