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Deutschland / Welt Ein guter erster Schritt bei der Pflege
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00:16 27.05.2018
„Wir haben verstanden“ – so reagiert die GroKo auf den Pflegenotstand in Deutschland. Quelle: imago/photothek
Berlin

Es war das Thema, das die Parteien im Bundestagswahlkampf nicht auf dem Zettel hatten. Und es war der Moment, in dem plötzlich auch Angela Merkel um Antworten verlegen war. Er ist mit dem Namen Alexander Jorde verbunden. Der Hildesheimer Pflege-Azubi schlug vor Millionenpublikum in einer TV-Debatte Alarm und machte auf Missstände in Deutschlands Heimen und Kliniken aufmerksam. Das Personal dort sei so überlastet, dass Menschen, die dieses Land mit aufgebaut hätten, teils stundenlang in ihren Ausscheidungen liegen müssten.

Das waren Sätze, die Wirkung weit über die Flüchtigkeit des TV-Wahlkampfs hinaus hatten. Jedenfalls ist es kein Zufall, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Präsentation des GroKo-Pflegekonzepts ein „Wir haben verstanden“ vorangeschickt hat. Die Pläne für ein Sofortprogramm sind ein guter erster Schritt. Sie fallen zumindest auf den ersten Blick ehrgeiziger aus als im Koalitionsvertrag vereinbart. 13 000 statt 8 000 zusätzliche Stellen sollen geschaffen werden. Das klingt nach großem Wurf.

Damit erwecken Union und SPD allerdings den fatalen Eindruck, man müsse nur einen Schalter umlegen und schon wären die Probleme gelöst. Mehr als an Stellen fehlt es an qualifizierten Pflegekräften: an Menschen, die diesen schweren Beruf trotz aller Widrigkeiten ergreifen wollen. Umso wichtiger wäre es, die Arbeit am Menschen attraktiver zu machen, sie deutlich besser zu bezahlen, mehr Zeit am Bett durch weniger Dokumentationsbürokratie zu schaffen.

All das ist in den GroKo-Plänen angelegt. Die Frage ist nur, was von diesen gut gemeinten Ankündigungen tatsächlich in der Praxis ankommt und was auf der Strecke bleibt. Von einer – jetzt auf dem Papier vorgesehenen – zusätzlichen Stelle für jedes mittlere Pflegeheim sind jedenfalls kurzfristig keine Wunder zu erwarten. Ebenso wenig davon, dass Anreize für Kliniken, bei der Pflege zu sparen, Schritt für Schritt abgeschafft werden sollen.

Beharrlichkeit und Konsequenz sind angesagt, wenn es um die Überwindung des Pflegenotstands geht und das Thema gerade nicht in den Schlagzeilen ist. Für die Alltagswahrnehmung von Millionen Menschen in Deutschland sind Verbesserungen in diesem Bereich von größter Bedeutung.

In nicht allzu ferner Zukunft wird noch einmal ganz neu um die Finanzierung der Leistungen nachgedacht werden müssen, die Menschenwürde auch im letzten Lebensabschnitt garantieren sollen. Schon jetzt klafft ein Milliardenloch in der Pflegeversicherung. Die GroKo muss sich deshalb zur Umsetzung ihrer Pläne mit Mitteln der Krankenkassen behelfen. Eine Dauerlösung kann das auch angesichts der demografischen Veränderung unserer Gesellschaft nicht sein.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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