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Deutschland / Welt EU stellt Regelung zum Familiennachzug in Frage
Nachrichten Politik Deutschland / Welt EU stellt Regelung zum Familiennachzug in Frage
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17:30 12.04.2018
Quelle: dpa
Luxemburg

Deutschland muss wohl den Familiennachzug für Angehörige minderjähriger Flüchtlinge großzügiger gestalten. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist für das Recht auf Familiennachzug das Alter des Flüchtlings bei der EU-Einreise und der Stellung des Asylantrags entscheidend.

Flüchtlinge, die während des Asylverfahrens volljährig werden, dürften beim Familiennachzug nicht benachteiligt werden, entschieden die Richter am Donnerstag in Luxemburg. Allerdings müsse der Antrag innerhalb von drei Monaten nach der Asylentscheidung gestellt werden.

Nachzugsanspruch besteht nur für Minderjährige

Zur Rechtslage in Deutschland hatte es zuvor aus dem Auswärtigen Amt geheißen: „Der Nachzugsanspruch von Eltern zu einem in Deutschland lebenden, minderjährigen, anerkannten Flüchtling (...) besteht nach ständiger Rechtsprechung nur vor Eintritt der Volljährigkeit des Kindes. Ein Visum kann daher nur erteilt werden, solange das Kind minderjährig ist.“

Vom Auswärtigen Amt war am Donnerstagmittag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Anerkannte minderjährige Flüchtlinge dürfen in Deutschland ihre Eltern nachholen.

Gerade erst war bekannt geworden, dass immer mehr Syrer zurück in Richtung Türkei flüchten, weil wenig Hoffnung auf einen Nachzug der Familienmitglieder besteht.

2017 kamen 9000 Minderjährige ohne Eltern

Insgesamt haben nach Angaben der Bundesregierung im vergangenen Jahr 89.207 Minderjährige einen Asylantrag in Deutschland gestellt. 9.084 von ihnen waren ohne Begleitung ihrer Eltern oder anderer Erwachsener. Von ihnen war nur knapp jeder Fünfte jünger als 16, der Rest war 16 oder 17 Jahre alt.

Auch die Zahl jener Asylsuchenden, die während des Verfahrens volljährig werden, wird nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge nicht erfasst.

Eine junge Eritreerin hatte in den Niederlanden geklagt

Anlass für das EuGH-Urteil war ein Fall in den Niederlanden. Ein Mädchen aus Eritrea reiste dort ohne Begleitung ein und stellte im Februar 2014 einen Asylantrag. Noch bevor der Antrag im Oktober desselben Jahres positiv beschieden wurde, feierte sie ihren 18. Geburtstag. Im Dezember beantragte sie, Eltern und Brüder nachholen zu dürfen - dies wurde mit dem Verweis auf ihre Volljährigkeit abgelehnt.

Gegen diese Entscheidung gingen die Eltern gerichtlich vor. Das zuständige niederländische Gericht rief den EuGH an. Über den Einzelfall muss das Gericht nun nach den Vorgaben des EU-Gerichts entscheiden.

Zeitpunkt der Asylentscheidung darf nicht ausschlaggebend sein

Der Europäische Gerichtshof stellte am Donnerstag klar, dass sich das Recht auf Familiennachzug nicht auf den Zeitpunkt der Asylentscheidung beziehen darf. In diesem Fall wären die Betroffenen von der mehr oder weniger schnellen Bearbeitung ihres Antrags der nationalen Behörden abhängig, hieß es. Dies widerspreche den Grundsätzen der Gleichbehandlung und der Rechtssicherheit.

Stattdessen müsse die Erfolgsaussicht von Umständen abhängen, die der Asylsuchende selbst beeinflussen kann - etwa dem Zeitpunkt der Antragstellung.

Von RND/dpa

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