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Deutschland / Welt Dürre und Hitze: Es wäre fahrlässig, jetzt nicht zu handeln
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Dürre und Hitze: Es wäre fahrlässig, jetzt nicht zu handeln
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05:05 06.08.2018
Die Folgen von wochenlanger Dürre und Hitze: Ausgetrocknetes Ackerland in Hamburg. Quelle: imago stock&people
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Hannover

Der Chef einer Baufirma in Norddeutschland meinte es nur gut: Damit die Baggerfahrer nicht in der Nachmittagshitze schwitzen mussten, verlegte er den Arbeitsbeginn auf 5.30 Uhr. Das Ergebnis: Am nächsten Tag drohte das Ordnungsamt mit der Schließung der Baustelle – wegen Ruhestörung. Dieser Sommer führt, je länger er dauert, zu einer besonderen Anspannung. Viele Deutsche ahnen, dass sie das Wetter dazu zwingen wird, etwas zu verändern. Die ersten Schritte aber fallen schwer, im Kleinen auf der Baustelle ebenso wie in der großen Politik.

Ist die aktuelle Kombination aus Dürre und Hitze noch Zufall oder schon Klimawandel? Die Debatte ist bekannt aus anderen Phasen von Extremwetter. Sie wird nur noch hitziger geführt, seit die Rechtspopulisten Umweltschützer als „Klima-Nazis“ beschimpfen. Ein kühler Blick auf die Dinge kann die Debatte abkürzen: Ob Klimawandel oder nicht – es hat in jüngster Zeit so viele besondere Wetterereignisse gegeben, dass es fahrlässig wäre, jetzt nicht zu handeln.

Dabei hat Deutschland in jüngster Zeit schon einiges dazugelernt. Seit dem Oder-Hochwasser im Jahr 1997 kommt niemand mehr auf die Idee, zu nah an Flüssen zu bauen. Es gibt wieder Flächen, auf denen sich das Wasser ausbreiten kann. Jetzt muss man sich etwas einfallen lassen, um auch Hitzeperioden besser zu bewältigen. Seniorenheime etwa sollten künftig nicht mehr ohne Klimaanlagen gebaut werden. Statt nur schnell viel neuen Wohnraum zu schaffen, wird es für Stadtplaner auch darauf ankommen, in den großen Städten ausreichend Plätze mit Schatten zu schaffen, in denen die Menschen durchatmen können. Wie wertvoll solche Räume sind, lässt sich in jeder Großstadt in Spanien oder Griechenland im Sommer erleben. Auch die Landwirte müssen umdenken: Welche Pflanzen halten sowohl Hochwasser als auch Hitze gut stand? Welche Fruchtfolge ist besonders robust?

Die Politik wiederum muss solche Veränderungen kreativ steuern. Bislang sieht sie sich nur Milliardenforderungen gegenüber – von Bauern, von Waldbesitzern und jetzt auch von den kommunalen Spitzenverbänden, die einen „Aktionsplan“ für Städte verlangen. Selbst wenn sich alle finanziellen Forderungen der Interessenvertreter erfüllen ließen – es kann jetzt nicht allein um Ausgleich für Hitzeschäden gehen.

In diesem Sommer haben viele Menschen erstmals eine echte Ahnung davon bekommen, was eine Klimaveränderung bedeuten könnte. Aber reicht diese Erfahrung auch aus, um das eigene Verhalten beim Produzieren von klimaschädlichen Gasen zu korrigieren? Schlechtes Gewissen kann der erste Anstoß zur Veränderung sein. Und wenn es nur der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad statt mit dem Auto ist.

Von Jörg Kallmeyer/RND

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