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Deutschland / Welt Merkels Digital-Thinktank
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06:16 23.08.2018
Sie sollen das Kabinett bei Fragen der Digitalisierung beraten: Der Digitalrat mit Mitgliedern der Regierung von Angela Merkel. Quelle: Foto: Steffen Kugler/dpa
Berlin

Bewusst hatten sich Union und SPD gegen ein Digitalministerium entschieden. Die Große Koalition sieht das Thema als „Querschnittsaufgabe“, um die sich nicht ein Ressort allein kümmern soll. Nun sucht die Regierung die Unterstützung ausgewiesener Experten. Der zehnköpfiger Digitalrat soll Kanzlerin und Kabinett in Zukunft beraten.

Das Gremium unter der Leitung der früheren Verteidigungsstaatssekretärin und McKinsey-Managerin Katrin Suder wurde am Mittwoch offiziell eingesetzt und traf sich zum ersten Gedankenaustausch mit Angela Merkel.

Gründerszene und Umgang mit Daten

„Das Internet ist für uns alle Neuland“, hatte Angela Merkel 2013 gesagt – und dafür im Netz Hohn und Spott bekommen. Inzwischen hat die Bundeskanzlerin einen Crashkurs in Sachen Digitalisierung hinter sich, weiß nicht nur um die gewaltigen Chancen von Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz, sondern auch darum, dass Deutschland auf diesen Feldern nicht den Anschluss verlieren darf. Vier Themen stehen zunächst auf der Agenda des Digitalrats: Der Umgang mit Daten, die Gründerszene, neue Partizipationsmöglichkeiten sowie die Arbeitswelt.

Digitalisierung kein Jobkiller

Nach neuen Zahlen der Bundesregierung hat sich die Digitalisierung bisher nicht als großer Jobkiller erwiesen. Zumindest ist das Arbeitsvolumen in Deutschland seit Beginn der Neunzigerjahre konstant geblieben. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach belief sich die Zahl der in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden im vergangenen Jahr auf 60,04 Milliarden Stunden. Zum Vergleich: 1991 waren es 60,26 Milliarden Stunden.

Offenbar führt die zunehmende Digitalisierung auch nicht zu einer stärkeren Zunahme der Arbeitsproduktivität je geleisteter Arbeitsstunde. Den Zahlen zufolge war diese in den Siebzigerjahren pro Jahr im Schnitt um 4,1 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahrzehnt lag der durchschnittliche Produktivitätsfortschritt in Deutschland bei 1,2 Prozent pro Jahr. Linken-Expertin Jessica Tatti sagte, am produktivsten arbeite, wer einen sicheren Job habe und mit seiner Arbeit zufrieden sei: „Dafür braucht es keine höhere Wirtschaftsmathematik.“

Digitalstrategie bis Herbst

Dem Expertenkreis gehören neben Suder unter anderem der Harvard-Professor Urs Gasser und der in Oxford lehrende Internet-Professor Viktor Mayer-Schönberger an. Nach den Worten der Kanzlerin soll der Digitalrat unabhängig sein, die Regierung antreiben und unbequeme Fragen stellen. Das Kabinett will bis zum Herbst eine umfassende Digitalstrategie entwickeln. Die Federführung dafür liegt bei Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und Staatsministerin Dorothee Bär (CSU).

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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