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Deutschland / Welt Die prominenten Steuer-Trickser
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13:47 06.11.2017
Vermutlich hat sie nichts davon gewusst – doch auch das Vermögen von Queen Elizabeth wurde teilweise in Steueroasen investiert. Quelle: AP
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München

Die Queen hat es getan. Der amerikanische Handelsminister. Ein enger Vertrauter des kanadischen Premiers Justin Trudeau. Und viele andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die ihr Geld am Fiskus vorbeischleusen wollten. Die „Paradise Papers“ enthalten Hunderte Namen von Personen und Unternehmen. Das sind die bekanntesten:

Queen Elizabeth II. hat in Übersee-Steueroasen offenbar Privatvermögen im Wert von rund zehn Millionen Pfund (11,25 Millionen Euro) investiert. Das Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) berichtete, ihre Manager hätten zwischen 2004 und 2005 Geld in Anlagen auf den Cayman Islands und Bermuda gesteckt. Konkret sollen rund 3200 Pfund an einen Einzelhändler für Haushaltsgeräte und Elektronik geflossen sein, dem vorgeworfen wird, Kunden durch hohe Zinssätze auszunutzen.

Nach dem Bericht bestätigte das Herzogtum Lancaster, das die Vermögen der britischen Monarchie verwaltet und vermehrt, Investitionen in Übersee gemacht zu haben. Sie seien aber rechtens. „Wir operieren mit einer Anzahl von Investitionen und einige von ihnen betreffen Fonds in Übersee. Alle unsere Investitionen sind geprüft und legitim“, hieß es in der Stellungnahme.

Die Queen zahlt Steuern auf Einkommen, das durch ihre Beteiligungen am Herzogtum Lancaster zustande gekommen ist. Ihr Privatvermögen setzt sich unter anderem aus Luxusimmobilien, Kunstwerke und Schmuck zusammen.

Wilbur Ross, US-Handelsminister Quelle: AP

US-Handelsminister Wilbur Ross soll über eine Reihe von Briefkastenfirmen an der Reederei Navigator beteiligt sein, zu deren Großkunden der russische Energiekonzern Sibur gehört. Die Navigator-Schiffe transportieren Rohstoffe, unter anderem russisches Erdgas von Sibur. Die Firma gehört Vertrauten von Präsident Wladimir Putin. Zwei Sibur-Aktionäre stehen auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums. Ein anderer Aktionär ist ein Schwiegersohn von Putin. Dass der Milliardär Ross im Schifffahrtsbereich investiert, ist bekannt. Jetzt steht der Verdacht im Raum, der Privatmann Ross könne von der Politik des Politikers Ross profitieren. Ross bestreitet das. Doch für US-Präsident Donald Trump, gegen dessen Vertraute Untersuchungen wegen ihrer Kontakte zu Russland laufen, ist der Fall brisant.

Juan Manuel Santos, Präsident von Argentinien Quelle: AP

Juan Manuel Santos, Präsident von Argentinien und Friedensnobelpreisträger, soll unter anderem Chef einer auf Barbados registrierten Holding gewesen sein, bevor er im Jahr 2000 Finanzminister Kolumbiens wurde.

Paul Gauselmann, Glücksspielunternehmer Quelle: dpa

Der Glücksspielunternehmer Paul Gauselmann, (83) ist mit dem Verkauf von Glücksspielautomaten Milliardär geworden. Den „Paradise Papers“ zufolge hat Gauselmann auch in Online-Kasinospiele investiert, die in Deutschland verboten sind. Gauselmann biete Lizenzen auf der Isle of Man an, einer Steueroase. Da das Internet keine Grenzen kennt, könnten Gauselmanns Geschäfte auch dazu dienen, illegal Glücksspiele in Deutschland anzubieten – sein Konzern bestreitet das. Überprüfen oder verhindern lässt sich das jedoch kaum.

Shaukat Aziz, Ex-Ministerpräsident von Pakistan Quelle: AP

Shaukat Aziz, der von 1999 bis 2007 Finanzminister und von 2004 bis 2007 gleichzeitig Ministerpräsident war, soll vor seiner Zeit als Staatsdiener mithilfe der auf den Bermudas ansässigen Anwaltskanzlei Appleby den „Antarctic Trust“ aufgesetzt haben. Den habe er aber dem Staat nicht offengelegt, heißt es auf der Webseite des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ), das die „Panama Papers“ ausgewertet hat.

Vermögen in Offshore-Firmen zu halten, ist nicht unbedingt strafbar. Anwälte von Shaukat in den USA sagen laut pakistanischen Medien, er habe alle Steuern gezahlt, die er schulde. Die Firma Appleby betont, auf legale Offshore-Praktiken zu setzen. In Pakistan können Politiker aber gefeuert werden, wenn sie Vermögenswerte verstecken.

Facebook – Geld aus Russland? Quelle: Imago

Facebook und Twitter haben den Unterlagen zufolge russisches Geld kassiert, das ursprünglich vom Kreml kommen soll. So habe der russische Star-Investor Juri Milner, der Anteilseigner von Facebook und Twitter ist, vor einigen Jahren Hunderte Millionen Dollar vom Kreml erhalten. „Der Ankauf der Aktien des Kurznachrichtendienstes Twitter wurde demnach von der russischen Staatsbank VTB mitfinanziert, das Investment bei Facebook von der Gazprom Investholding“, berichtet die „Süddeutschen Zeitung“. Milner soll seine Anteile schon vor den US-Wahlen verkauft haben.

Apple-Chef Tim Cook Quelle: AP

Über Apple schreibt die „Süddeutsche“ nicht viel, es heißt: „Die Computerfirma Apple, der wertvollste Konzern der Welt, verlangte laut bislang geheimen E-Mails, einen Geschäftssitz in einem Land zu finden, an dem offiziell garantiert keine Steuern anfallen.“ Apple habe auf Anfrage erklärt, sich an Recht und Gesetz zu halten. Dass Apple immer wieder versucht, Steuern zu sparen, ist seit langem bekannt.

Von RND/dpa

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) fordert nach Bekanntwerden der „Paradise Papers“ von der geplanten Jamaika-Koalition eine „Obergrenze Null“ in Sachen Steuerhinterziehung und Steuerflucht.

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