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Deutschland / Welt „Die AfD ist nur Teil einer breiten Gegenbewegung“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Die AfD ist nur Teil einer breiten Gegenbewegung“
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20:40 16.09.2018
Teilnahme einer Demonstration in Köthen am Sonntag. Quelle: dpa
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Köthen

Eine Woche nach der ersten großen Demonstration in Köthen nach dem Tod von Markus B. haben rechte und linke Gruppen erneut in der anhaltischen Kleinstadt demonstriert.

Die Polizei gab keine Schätzung der Teilnehmerzahlen ab. Der rechte Aufzug brachte in der Spitze vermutlich rund 1000 Menschen zusammen. Die Stimmung war angespannt, aber größtenteils ruhig. Ein großes Polizeiaufgebot von mehr als 1000

Beamten aus acht Bundesländern und der Bundespolizei,darunter auch Reiterstaffeln und Wasserwerfer, trennte beide Demonstrationszüge.

Teilnehmer von Pegida und „Compact“

Die Veranstaltung mehrerer rechter Gruppen konnte den Marktplatz von Köthen nicht ganz füllen. Anmelder war Christoph Berndt vom Verein „Zukunft Heimat“ aus der brandenburgischen Lausitz. Unterstützung bekam er von Pegida Dresden, der rechten „Ein Prozent“-Bewegung, dem Leipziger „Compact“-Magazin und der AfD-nahen Bewegung „Kandel ist überall“.

Am Sonnabend hatten einige Hundert Köthener noch den Marktplatz mit Kreide bemalt: „Frieden für Köthen“ stand dort, darauf aber standen am Sonntagabend auch geschätzt 200 Rechtsextreme in Szenekleidung und ein gutes Dutzend Vertreter der Identitären Bewegung. Köthener Bürger schauten eher von Rande aus zu.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Roi verteidigte die Teilnahme der Partei an der Veranstaltung:„Die AfD ist nur ein Teil einer breiten Gegenbewegung, um Merkel und ihre Helfer zu stürzen.“

Aufforderung, nicht an der Demo teilzunehmen

Schweigend zog die Kundgebung zum Spielplatz, auf dem am späten Samstagabend vor einer Woche der 22-jährige Markus B. nach einer Auseinandersetzung mit zwei Afghanen starb. Mehrere AfD-Landtagsabgeordnete waren vertreten, auch Ex-Landeschef André Poggenburg. Roi und Elsässer liefen hinter dem Fronttransparent von „Zukunft Heimat“ mit der Aufschrift „Grenzen ziehen“.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte die Köthener dazu aufgerufen, die Rollläden herunterzulassen und nicht an den Demonstrationen teilzunehmen. In den Straßen rund um den Tatort bot sich ein anderes Bild: Menschen lehnten aus den Fenstern, schauten sich neugierig den Aufmarsch von Reiterstaffel, behelmten Beamten und Demonstranten an. „Wer auch immer dort läuft, ruhig können sie wenigstens sein. Nicht so wie die Linken“, sagt eine Anwohnerin.

Als Schlussredner auf dem Marktplatz sprach Jürgen Elsässer von „Compact“. Der Schwabe nannte Westdeutschland die „islamisch besetzte Zone“ und lobte im Gegenzug den Osten: „Der Osten leuchtet, hier schlägt das Herz noch.“ Die kleiner gewordene Menge skandierte: „Widerstand“

Auf dem Marktplatz standen sich gegen 20 Uhr rechte und linke Kundgebung in Hörweite gegenüber. Polizisten schlossen die bereitgestellten Gitter, um beide Veranstaltungen zu trennen.

Von Jan Sternberg/RND

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