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Deutschland / Welt Maas: Deutschland nimmt gerettete Weißhelme auf
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Maas: Deutschland nimmt gerettete Weißhelme auf
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15:51 22.07.2018
Weißhelme retten syrische Zivilisten. Quelle: epd
Tel Aviv/Berlin

In einer bisher beispiellosen Rettungsaktion sind 800 Mitglieder einer syrischen Zivilorganisation und deren Familien mit Hilfe Israels aus umkämpften Gebiet in Sicherheit gebracht worden. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums teilte am Sonntag über Twitter mit, es handele sich um Mitarbeiter der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme. Außenminister Heiko Maas (SPD) bestätigte der Zeitung die Aufnahme von Weißhelmen in Deutschland. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung handelt es sich um rund 50 der Flüchtlinge.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erteilte eine Aufenthaltsgenehmigung. Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums am Sonntag. Das heißt, die Syrer müssen nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht Asyl beantragen. Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes erlaubt eine Aufnahme aus dem Ausland „aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen“. Die Weißhelme bestätigten die Rettung ihrer Mitglieder in einem Tweet. Die Evakuierung sei allein aus humanitären Gründen erfolgt.

„Transfer durch Israel ist eine außergewöhnliche humanitäre Geste“

Die jordanische Nachrichtenagentur „Petra“ berichtete, es seien 800 syrische Zivilisten gerettet worden. Jordanien habe ihre Durchreise genehmigt. Sie sollten nach vorübergehendem Aufenthalt binnen drei Monaten von Deutschland, Großbritannien und Kanada aufgenommen werden. Die Betroffenen hätten in der syrischen Zivilverteidigung gearbeitet und seien aus Gebieten geflohen, die syrische Regierungstruppen erobert hätten.

Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, die Menschen seien in unmittelbarer Lebensgefahr gewesen. Ihre Rettung in der Nacht zum Sonntag sei auf Anweisung der israelischen Regierung und auf Bitten der USA und mehrerer europäischer Länder erfolgt. „Der Transfer der syrischen Flüchtlinge durch Israel ist eine außergewöhnliche humanitäre Geste“, hieß es in der Mitteilung der Armee. „Die Zivilisten sind in ein Nachbarland (Israels) gebracht worden.“

Regierungstruppen hatten im Juni im Süden Syriens eine Offensive begonnen und in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Orte übernommen. Viele Menschen flohen in das Gebiet nahe der israelischen Grenzlinie auf den besetzten Golanhöhen. Israel hat in den vergangenen Jahren Tausende verletzter Syrer ärztlich behandelt, ist aber nicht bereit zur Aufnahme von Flüchtlingen.

„Weißhelme haben mehr als 100.000 Menschen gerettet“

Außenminister Heiko Maas bestätigte die geplante Aufnahme von Mitgliedern der syrischen Hilfsorganisation in Deutschland. „Die Weißhelme haben seit Beginn des Syrien-Konflikts mehr als 100.000 Menschen gerettet“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag zu „Bild“. Ihr Einsatz verdiene Bewunderung und jeden Respekt, „und wir haben ihn aus Überzeugung unterstützt“.

Mit dem Vormarsch des Regimes drohe vielen Weißhelmen nun Gefahr für Leib und Leben. „Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, dass viele dieser mutigen Ersthelfer nun Schutz und Zuflucht finden, einige davon auch in Deutschland.“ Auch das Bundesinnenministerium sei in die Planungen mit einbezogen gewesen.

Israel und Syrien sind verfeindete Länder. Während des Sechstagekriegs 1967 hatte Israel die syrischen Golanhöhen erobert und später annektiert. Im Syrien-Krieg verfolgt Israel eine Politik der Nichteinmischung. Israels Luftwaffe hat jedoch immer wieder Ziele in Syrien angegriffen. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen iranische Truppen und andere Kräfte, die wie die schiitische Hisbollah von Teheran unterstützt werden.

Von RND/dpa