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Deutschland / Welt Deutscher in Niger entführt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutscher in Niger entführt
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09:40 12.04.2018
Ein deutscher Entwicklungshelfer ist in Niger an der Grenze zu Mali entführt worden. Quelle: Google Maps
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Niamey

Unbekannte haben am Mittwoch bei Ayerou im Norden Nigers einen deutschen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation entführt. Das teilte der Generalstaatsanwalt des afrikanischen Landes mit.

Wie das Online-Portal ActuNiger berichtet, seien Islamisten für die Entführung verantwortlich. Sie überfielen demnach einen kleinen Konvoi, setzten die Fahrzeuge in Brand und entkamen schließlich mit ihrer Geisel. Der Mann hat für die Hilfsorganisation Help gearbeitet, das berichtet die „tagesschau“ unter Berufung auf den zuständigen Präfekten. Der Mann und sein Fahrer seien von den Angreifern verprügelt worden, hieß es weiter.

Hilfsorganisation leitet Krisenmaßnahmen ein

Die Hilfsorganisation bestätigte am Donnerstag den Vorfall. Sie sei in der Nacht informiert worden, dass ein erfahrener deutscher Kollege, der im Niger für die Organisation arbeite, offensichtlich verschleppt worden sei, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins, Bianca Kaltschmitt.

„Wir haben alle nötigen Krisenmaßnahmen eingeleitet, wir können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben zu den Details des Vorfalles machen.“ Man stehe in engem Austausch mit der deutschen Botschaft vor Ort und dem Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes, sagte Kaltschmitt. Das Außenamt selbst wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

Die Sahelzone gilt als Rückzugsgebiet für Terroristen, Menschenschmuggler und andere Kriminelle. Zahlreiche internationale Militäreinsätze haben daran bislang nicht viel ändern können.

Tausende Soldaten im Einsatz

Deutschland beteiligt sich derzeit mit rund 1000 Soldaten an einem UN-Einsatz zur Stabilisierung Malis. Die Bundeswehr betreibt zudem einen Luftfahrtstützpunkt in der nigrischen Hauptstadt Niamey. Frankreich hat rund 4000 Soldaten in der Sahelzone im Einsatz, die den islamistischen Terror in der Sahelzone bekämpfen sollen.

Eine von den sogenannten G5-Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad aufgestellte afrikanische Militärtruppe soll mit rund 5000 Soldaten selbst für Sicherheit in der bitterarmen Region sorgen und über die Bekämpfung von Schleuserbanden auch die illegale Migration von Afrika nach Europa eindämmen.

Den Verein „Help - Hilfe zur Selbsthilfe“ leistet nach eigenen Angaben seit 1981 Hilfe für Menschen in Not, oft ausgelöst durch Naturkatastrophen oder politische Konflikte.

„Wir wissen, dass sich die Sicherheitslage zuspitzt“

Seit 2005 ist der Verein im Niger aktiv, engagiert sich in dem Land etwa im Kampf gegen Unterernährung oder Gesundheitsprojekten vor allem für Mütter und Kinder. Help ist nach eigenen Angaben in den Regionen Tillaberi, Tahoua und Diffa tätig.

„Wir wissen, dass in vielen Ländern, in denen wir tätig sind, sich die Sicherheitslage zuspitzt beziehungsweise extrem volatil ist. Das gilt für einige afrikanische Länder genauso für wie für den Nahen Osten oder Afghanistan, wo wir seit vielen Jahren tätig sind“, sagte Kaltschmitt. „Und natürlich haben wir nur erfahrene Mitarbeiter, die wir in solche Länder entsenden und auch Leute, die geschult sind im Umgang mit Krisen.“

Von RND/dpa

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