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Deutschland / Welt Der ungleiche Kampf zwischen Kanzlerin und Kandidat
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17:13 20.06.2017
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz: „Da klatschen Sie nicht.“ Quelle: dpa
Berlin

Ein wenig erinnert das Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz an die Geschichte vom Hasen und dem Igel. Der eine rackert, strampelt, macht – die andere ist schon da. Kanzlerin und Kandidat leben zurzeit in verschiedenen Welten. Anders sind die Unterschiede ihrer Auftritte bei den Jahrestagungen der großen Berliner Lobbyverbände kaum zu erklären.

Zum Beispiel am Dienstag vor mehr als 1000 Unternehmenslenkern beim „Tag der deutschen Industrie“. Da hält Merkel über weite Strecken eine beinahe einschläfernde Rede. Reiht fast 20 Minuten lang Sätze aneinander denen kaum jemand ernsthaft widersprechen würde. „Globalisierung ist kein Schicksal, sondern ein Prozess, den wir aktiv gestalten wollen“ – solche Sachen.

Merkels Kontinuität setzt Schulz Angriffslust entgegen

Die wirklich wichtigen Botschaften dagegen platziert die Kanzlerin am Ende ihrer Rede derart beiläufig, dass man sie gut und gerne überhören könnte. Rentenreform? Nicht mit ihr. „Aus unserer Sicht gibt es bis 2030 keine Notwendigkeit, etwas am Rentensystem zu verändern“, sagt Merkel. Ihren zweiten Punkt macht die Kanzlerin beim Thema Steuern. „Als CDU-Vorsitzende“, kündigt sie ein eigenes Konzept an. Wie der Tarifverlauf aussehen soll verrät sie nicht, wohl aber, dass die Union den Solidaritätszuschlag ab 2020 schrittweise abschaffen will „und zwar für alle“. Es ist der zweite Unterschied zum Konzept von SPD-Chef Schulz, das im ersten Schritt nur die Abschaffung für untere und mittlere Einkommen vorsieht. Der dritte ist Merkels Absage an eine erneute Reform der Erbschaftssteuer.

Weiter so – das ist die Botschaft der Kanzlerin. Merkel macht das schon, legt Ihr Euch wieder hin.

Wie anders ist da doch der Auftritt von Herausforderer Schulz. Er ist der deutlich bessere Redner, formuliert angriffslustig, witzig, präzise. Mit scharfen Worten verurteilt er den Brexit, hält ein flammendes Plädoyer für mehr Europa, legt ein Bekenntnis für den Industriestandort Deutschland ab, verspricht mehr Investitionen in Infrastruktur sowie die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Es sind Botschaften, die die Bosse gerne hören – und doch ist der Applaus weniger herzlich als bei der Vorrednerin. Bei Merkel wissen die Industrievertreter, was sie bekommen – die Kanzlerin lässt sie weitgehend in Ruhe. Schulz hingegen fordert sie heraus – betont einerseits die Wirtschaftsnähe der SPD, nimmt die Unternehmen aber andererseits bei Themen wie Entgeltgleichheit, Rückkehrrecht aus Teilzeit oder Frauen in Aufsichtsräten in die Pflicht. Und: Schulz will die Große Koalition beenden, mit der die Wirtschaft unter Strich ganz zufrieden ist. Mucksmäuschenstill wird es im Saal, als der Kanzlerkandidat seine Pläne für einen Regierungswechsel ankündigt. „Da klatschen Sie nicht“, sagt er. Er hat recht.

Von Andreas Niesmann

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