Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Mindestlohn soll auf 9,35 Euro steigen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mindestlohn soll auf 9,35 Euro steigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 26.06.2018
Die für den Mindestlohn zuständige Kommission legte ihre Empfehlung für die anstehende Erhöhung der allgemeinen Lohnuntergrenze vor. Quelle: dpa
Berlin

Mehr als drei Jahre nach Einführung des Mindestlohns in Deutschland bekommen Arbeitnehmer und die Wirtschaft Klarheit über die anstehende nächste Erhöhung zum 1. Januar 2019.

Dazu legte die zuständige Kommission aus Vertretern von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Wissenschaft am Dienstag in Berlin ihre Empfehlung vor. Zum 1. Januar 2019 soll der Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro erhöht werden. Ab dem 1. Januar 2020 soll der gesetzlich festgelegte Stundenlohn dann bei 9,35 Euro liegen, wie die zuständige Kommission in ihrem vorgelegten Beschluss empfiehlt. Generell orientiert sich das Gremium an der Entwicklung der Tariflöhne.

Der Sozialverband VdK warnte, eine Anhebung auf diesen Betrag wäre viel zu gering. „Die Unternehmen müssen endlich ihre Beschäftigten am wirtschaftlichen Aufschwung beteiligen“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Überprüfung der Höhe des Mindestlohns müsse gesichert werden, dass Vollzeit-Beschäftigte für ihren Lebensunterhalt sorgen und eine angemessene Alterssicherung über dem Grundsicherungsniveau aufbauen könnten. „Wir brauchen einen Mindestlohn, der über 12 Euro liegt, um Armut wirksam zu bekämpfen.“

Ursprünglicher Mindestlohn lag bei 8,50 Euro

Der Kommissions-Vorschlag wurde mit Spannung erwartet. Das Gremium muss den Mindestschutz der Arbeitnehmer und faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen und darf dabei die Beschäftigung nicht gefährden. Dabei gibt es einen gewissen Spielraum, was genau in die Berechnung einbezogen wird.

Das zeigte sich beim Beschluss, den 2015 eingeführten Mindestlohn von ursprünglich 8,50 Euro zum 1. Januar 2017 erstmals auf 8,84 Euro zu erhöhen. Damals wurde ein schon vereinbarter, aber noch nicht wirksamer Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst einbezogen. Dieser wird in der aktuellen Empfehlung wieder herausgerechnet, so dass die Ausgangsbasis für die kommende Anhebung bei 8,77 Euro liegt.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte deutlich gemacht, dass er angesichts der guten wirtschaftlichen Lage von einer „kräftigen Erhöhung“ ausgeht. Zudem kündigte er schärfere Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns an, für die der Zoll zuständig ist.

Gewerkschaften werben für ordentlichen Zuschlag

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer - außer für Langzeitarbeitslose nach einer Arbeitsaufnahme in den ersten sechs Monaten. Auch für Azubis, Menschen mit Pflichtpraktikum oder Praktika unter drei Monaten gilt er nicht. Daneben gibt es in mehreren Branchen Mindestlöhne, die über der Lohnuntergrenze liegen.

Die Bundesregierung muss die künftige Höhe des Mindestlohns noch per Verordnung umsetzen. Sie richtet sich dabei in der Regel nach dem Kommissions-Vorschlag.

Die Einführung eines Mindestlohns war ein umstrittenes Kernanliegen der SPD in der alten großen Koalition. Vertreter von Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft hatten vor dem Verlust vieler Arbeitsplätze gewarnt. Dies ist bislang ausgeblieben. Vom Mindestlohn profitieren einige Millionen Arbeitnehmer.

Von RND/dpa

In Amsterdam ist ein Transporter in den Eingangsbereich der Zeitungsredaktion „De Telegraaf“ gefahren. Die Zeitung sprach von einem „gezielten Anschlag“. Die Hintergründe sind allerdings noch unklar.

26.06.2018

Im Zuge der anstehenden Wahlen in Mexiko sind in den vergangenen Monaten mehr als 120 Politiker getötet worden. Das südamerikanische Land erlebt einen der gewalttätigsten Wahlkämpfe der letzten 20 Jahre.

26.06.2018

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warnt vor einer möglichen Spaltung der Union. Ein Koalitionsbruch könne unkalkulierbare Folgen für Deutschland haben.

26.06.2018