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Deutschland / Welt Demonstranten wollten AfD-Wahlparty stören
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Demonstranten wollten AfD-Wahlparty stören
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21:02 24.09.2017
Demonstranten vor dem Gebäude am Alexanderplatz in Berlin, in dem die AfD feiert. Quelle: dpa
Berlin

AfD ist keine Alternative“ steht auf dem Transparent, das ein junger Mann auf dem Berliner Alexanderplatz hochhält. Rund 300 Demonstranten versuchten am Wahlabend, mit Trillerpfeifen und Sprechchören die Wahlparty der Nationalisten in einer Diskothek im ersten Stock des „Hauses des Reisens“ zu stören.

Viele Demonstranten pfiffen, riefen Parolen wie „Haut ab, haut ab“ und „AfD Rassistenpack“ oder machten Krach mit verschiedenen Instrumenten. Darunter waren auch Vertreter linksradikaler Gruppen wie der Antifa. Auf Transparenten standen Sprüche wie „Rassismus ist keine Alternative“. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vertreten. Die Beamten stellten sich in Reihen vor das Haus, um die Demonstranten auf Abstand zu halten. Trotz eines Flaschenwurfs wurde die Lage von der Polizei insgesamt als eher friedlich eingeschätzt. Eine Frau sei nach einem Eierwurf aus der Menge gezogen und in Gewahrsam genommen worden, so ein Sprecher.

Manche AfD-Politiker und -Anhänger fotografierten und filmten vom Balkon aus die Demonstranten. Als es auf der Straße immer lauter wurde, schloss die AfD ihren Balkon. Stellwände wurden zur Abschirmung aufgestellt. Die meisten AfDler hielten sich drinnen in dem Club „Traffic“ auf. Über der Terrasse leuchtet die Werbung für einen Gebrauchtklamottenladen. „Second Hand“ steht unübersehbar über der neuen Kraft im Bundestag.

Der 26-Jährige Steffen war von der Wahlparty der Linken herübergeschlendert. Er ist enttäuscht: „Die Linken haben so getan, als ob sie einen Sieg feiern könnten. Das war kein Sieg. Keine der großen Parteien hat eine Antwort auf die Probleme der Abgehängten.“ Gerade diese Abgehängten, vermutet Steffen, hätten zu dem guten Abschneiden der AfD beigetragen. „Es ist ein trauriger Tag für Deutschland und Europa“, sagte er. Doch er hat keine Angst vor der AfD. „Die stehen nicht vor der Machtübernahme. Aber ihre Hetze, ihre Rhetorik wird uns nun noch stärker begleiten.“

Dann fahren noch mehr Mannschaftswagen der Polizei vor. Einige prominente AfD-Partygäste wollen den Club verlassen, werden abgeschirmt. Vor der Tür gehen die Sprechchöre weiter: „Nationalismus ist keine Alternative!“

Von Jan Sternberg/RND

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