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Deutschland / Welt Das sagen unsere Leser zum Auftritt von Cem Özdemir
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Das sagen unsere Leser zum Auftritt von Cem Özdemir
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18:38 21.09.2017
Cem Özdemir (Grüne) stand auf der Bundesleserkonferenz des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den Lesern Rede und Antwort.  Quelle: Florian Gaertner/photothek.net
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Berlin

 Cem Ödzemir weiß, wie er Emotionen einsetzen muss. Die Zuschauer der vierten RND-Bundesleserkonferenz folgen dem Vorsitzenden der Grünen gebannt, als er von seinem Sohn erzählt, von Gesprächen mit Opfern des Nationalsozialistischen Untergrunds NSU, von seiner Ausbildung als Erzieher.

Das verbucht sein Publikum äußerst positiv. „Ich habe es sehr genossen, dass Herr Özdemir nicht nur in Floskeln gesprochen hat, sondern auch über seine Familie“, sagt beispielsweise Tina Magerkurth (53), Leserin des Göttinger Tageblatts, nach der letzten Frage. Genauso sieht es die Leserin Hiltrud Wiechmann (80) von der Leipziger Volkszeitung: „Herr Özdemir ist sehr menschlich aufgetreten.“

Auch in der Diskussion auf den sozialen Medien stehen Gefühle im Vordergrund. Allerdings nicht diejenigen des Grünen-Politikers, sondern zumeist die eigenen. Vor allem das Thema Dieselverbot bewegt die Leser: Ina Klappstadt kommentierte auf der Facebook-Seite der Leipziger Volkszeitung, sie könne sich nur eine „alte Möhre“ leisten. Wenn die Grünen den Diesel verböten, wird „das dann richtig existenzbedrohend.“

Matthias Jecke dagegen rechnet Elektroautos günstig: „Wenn man die Kosten der Bereinigung von Umweltschäden durch konventionelle Antreibe zu den Kosten von Ölförderung und Produktion miteinrechnet“ sei der Preis von kraftstoffbetriebenen Autos viel höher als der von E-Wagen. Er liebäugelt mit den Plänen der Grünen und empfiehlt, häufiger das Fahrrad zu nutzen.

Lutz Klemm hofft stattdessen ebenfalls darauf, alte Möhren einfach weiterzufahren zu dürfen. Denn sei ein Auto erstmal gekauft, sei weiterfahren weniger umweltschädlich als neu kaufen. Ein Leser der Märkischen Allgemeinen stört sich vor allem an der Idee des Verbots. Von Hunderten Verbotsschildern spricht er. Das, obwohl sich Cem Özdemir gestern noch einmal betonte, keine Verbotspartei zu sein.

Laut Jorge Conda ist es jedoch ohnehin unwichtig, ob die Grünen etwas verbieten wollen oder nicht. Auf der Facebook-Seite der Dresdener Neuesten Nachrichten kommentiert sie: „Das Problem ist: Die Grünen haben in der Regierung nichts zu sagen.“ Entsprechend seien sie auch nicht ernst zu nehmen. Andere, die die Grünen als „unwählbar“ abstempeln, werden von Mitkommentieren zurechtgewiesen, dass in Deutschland jeder wählen kann, was er will. Das ist auffällig an der Debatte um die Bundesleserkonferenz: Die Kommentare sind meist heftig für oder gegen Cem Özdemir oder die Grünen, die Argumente oft persönlich und emotional. Vielleicht, weil sie sich ein Beispiel an dem Politiker nehmen.

Von Julius Heinrichs/RND

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