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Deutschland / Welt Bombte Syrien mit Giftgas? Militärexperte hält US-Behauptung für glaubwürdig
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bombte Syrien mit Giftgas? Militärexperte hält US-Behauptung für glaubwürdig
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16:44 07.04.2017
Attacke auf das eigene Volk: Im US-Pentagon gibt man Syrien die Schuld für den Giftgasangriff mit 80 Toten. Quelle: dpa
Washington

Wer war’s? US-Präsident Donald Trump macht die syrische Armee für den Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun mit mehr als 80 Toten und Hunderten Verletzten verantwortlich. Der jüngste Luftschlag der USA mit rund 60 Tomahawk-Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt in Scharjat im Südosten von Homs habe das Ziel gehabt, die Regierung von Baschar al-Assad von weiteren solcher Chemiewaffeneinsätze abzuschrecken, hieß es. Russland dagegen beharrt darauf, dass Assads Truppe nicht mehr über Giftgas verfüge. Wie glaubwürdig ist Trumps Behauptung? Eindeutige Belege dafür, dass tatsächlich die syrische Armee das Giftgas eingesetzt hat, legten die USA nicht vor. Militärexperten halten es jedoch für möglich, ein syrisches Flugzeug im betreffenden Luftraum zweifelsfrei zu identifizieren. „Technisch ist das machbar“, sagte der Militärluftfahrt-Experte Karl Schwarz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Mittels Radar und Satellitentechnik habe das Militär ein „sehr genaues Bild“ vom Geschehen im Luftraum über Syrien und dem Nordirak.

Üblicherweise sei die Transponderkennung, die Flugzeuge weltweit für Radarsysteme identifizierbar machen, bei Militärflugzeugen zwar ausgeschaltet und der Funkverkehr verschlüsselt, sagte Schwarz. Trotzdem verfüge das Militär über genügend Aufklärungsmittel, um eine Flugmaschine genau zuzuordnen. „Ein wichtiges Indiz ist etwa die Frage, wo ein Flugzeug gestartet ist, welche Route es flog und wo es wieder landete“, sagte Schwarz, der auch stellvertretender Chefredakteur des Fachmagazins „Flug Revue“ ist.

Luftüberwachung ohne Lücken

Nach Angaben weiterer Militärexperten wird der gesamte Luftraum der Krisenregion per Satellit und Radar rund um die Uhr gescannt und gespeichert. Die Daten seien auch nachträglich noch abruf- und auswertbar und könnten wie ein Videofilm visualisiert werden. Flugbewegungen seien so auch im Nachhinein bis ins Detail nachvollziehbar. Daher sei die Behauptung der USA, eindeutig ein syrisches Flugzeug als Quelle des Giftgases ausgemacht zu haben, zumindest aus technischer Sicht glaubwürdig. Die NATO und die USA setzen in der Region AWACS-Aufklärungsflugzeuge, Satellitentechnik und Bodenradarsysteme ein. Deutschland ist an der Luftaufklärung mit sechs Tornados beteiligt.

Satelliten böten – anders als Radar – zwar keine Informationen in Echtzeit, weil sie die überwachten Regionen erst nach einem Erdumlauf erneut passierten. Dafür sei die Auflösung militärischer Satelliten inzwischen so hoch, dass Objekte von unter zehn Zentimetern Größe scharf zu erkennen seien. Militärsatelliten fliegen deutlich niedriger als geostationäre, zivile Satelliten etwa für die Wetterbeobachtung.

Auch der Funkverkehr aller Piloten werde rund um die Uhr computerbasiert aufgezeichnet, nach Möglichkeit entschlüsselt und ausgewertet. Aus der Summe aller Daten – Radar, Satellit, Funk – könne das Pentagon durchaus die Zugehörigkeit einzelner Flugzeuge ermitteln.

Von Imre Grimm

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