Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Missbrauchsskandal

Bistum gibt schweren Fehler zu - Ratzinger war dabei

Die Erzdiözese hat einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung" über einen weiteren Missbrauchsfall bestätigt und räumte schwere Fehler ein. Laut SZ-Angaben hat der deutsche Papst Benedikt XVI. in seiner Amtszeit als Münchner Erzbischof in einem Missbrauchsfall der Kirche eine folgenschwere Entscheidung mitgetragen.
Papst Benedikt XVI. empfing wegen der Missbrauchsskandale am Freitag den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

Papst Benedikt XVI. empfing wegen der Missbrauchsskandale am Freitag den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

© dpa

Der deutsche Papst Benedikt XVI. hat in seiner Amtszeit als Münchner Erzbischof in einem Missbrauchsfall der Kirche eine folgenschwere Entscheidung mitgetragen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, wurde ein vorbelasteter katholischer Priester 1980 nach Bayern versetzt und wieder in eine Gemeinde geschickt. Dort verging er sich erneut an Jugendlichen, 1986 wurde er verurteilt. Ratzinger soll dem Umzug des Mannes von Essen nach München zugestimmt haben, jedoch nicht dem Einsatz in einer Gemeinde. Die Erzdiözese bestätigte den „SZ“-Bericht und räumte schwere Fehler ein.

Das Bistum München und Freising teilte mit, dass der frühere Generalvikar Gerhard Gruber die „volle Verantwortung“ übernehme. Vatikansprecher Federico Lombardi schloss sich der Darstellung an und betonte, der heutige Papst selbst „habe mit der Sache nichts zu tun“.

Wie die „SZ“ schreibt, saß Benedikt XVI. als Erzbischof im Ordinariatsrat des Bistums, der dem Umzug des Priesters zustimmte. Ratzinger habe allerdings nicht gewusst, dass der Mann wieder in eine Gemeinde zum Aushelfen gesandt wurde.

Der versetzte Priester war 1982 bis 1985 in einer Gemeinde tätig. Im Juni 1986 wurde der Kaplan laut Bistum wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 4000 Mark Geldstrafe verurteilt. Ratzinger war 1982 nach Rom gegangen.

Am Freitag hatte sich Benedikt XVI. im Vatikan „erschüttert“ über den Bericht der deutschen Bischöfe über den Missbrauchsskandal in Deutschlands Kirche gezeigt. „Mit großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung hat der Heilige Vater meinen Bericht zur Kenntnis genommen“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Der Papst unterstütze die Bischöfe in ihrem Vorgehen.

Die meisten Deutschen haben derweil das Vertrauen in die Kirche und ihre Jugendarbeit verloren. Das ergab eine Emnid-Umfrage mit 1000 Befragten für den Nachrichtensender N24. Demnach werfen 86 Prozent der Bürger der Kirchenführung mangelnde Aufklärungsbereitschaft vor.

Nach der 45-Minuten-Audienz beim Papst hatte Zollitsch gesagt, Ziel müsse jetzt sein, „die Wunden der Vergangenheit zu heilen und mögliche neue Wunden zu vermeiden“. Er bat die Opfer um Vergebung.

Zur Wiedergutmachung erklärte er, die Bischöfe würden beraten, ob weitere Hilfen möglich seien. In der Aufarbeitung habe man das Vertrauen der Bundeskanzlerin. Man sei auch dabei, mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ein Gespräch zu vereinbaren. Sie hatte die Kirche scharf kritisiert.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

  • Sexzeller Mißbrauch Erich Sage – 13.03.10
    Was heißt denn das, d´ß der Herr Generalvikar Grubere "Die volle Verantwortung" übernimmt.

    Geht er dafür freiwillig für ein paar Jahre in den Knast,

    zahlt er aus eigener Tasche den Opfern angemessene Buße-Zahlungen,

    oder senkt er nur demütig sein Haupt und entschwindet in der Menge?

    Man sollte diesen Herrn ein paar Jahre in ein katholisches Priesterseminar einsperren, damit er am eigenen Leib erfährt, was da lläuft!

    Dennoch würde ich gern wissen, was dieser Herr sich unter "volle Verantwortung" vorstellt. E. Sage

Anzeige

Umfrage der Woche

Neuer Umweltminister

Peter Altmaier ist neuer Umweltminister. Wird er seinen Job besser machen als Vorgänger Norbert Röttgen?

Bild der Woche

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

Ein großer Star bei Volkswagen: Herbert Grönemeyer besichtigte mit Tochter Marie und Mitgliedern seiner Band die Produktion im VW-Werk.

zur Galerie

Magazine

Videos aus Wolfsburg und Gifhorn

Freitags neu: Videos aus unserer Region

Film ab in Wolfsburg und Gifhorn: In Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender tv38 zeigen wir ausgewählte Ereignisse in der Region auch als Video. Schauen Sie rein! mehr


 

Videos

Die Welt im Film

Hier können Sie sich zu allen Bereichen informieren, egal ob es sich um Nachrichten aus aller Welt handelt oder die Filmtrailer der aktuellen Kinowoche. Für jeden ist etwas dabei. mehr