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Deutschland / Welt Berlin kündigt Stasi-Gedenkstättenchef Knabe
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19:40 25.09.2018
Hubertus Knabe, Direktor der Stasigefängnis-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Berlin

Paukenschlag in der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Direktor Hubertus Knabe muss gehen. Er werde ordentlich gekündigt und vorläufig von der Arbeit freigestellt, teilte die Berliner Senatskulturverwaltung am Dienstag mit. „Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen, dass Herr Dr. Knabe den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird, geschweige denn einen solchen glaubhaft vertreten kann“, hieß es in einer Pressemitteilung. Von Knabe lag zunächst keine Stellungnahme vor. Knabes Stellvertreter soll ebenfalls gekündigt werden. Er war am Vortag bereits von Knabe wegen Sexismusvorwürfen beurlaubt worden.

Brief an Kultursenator Lederer (Linke)

In einem Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatten mehrere Mitarbeiterinnen, Volontärinnen und Praktikantinnen, die zwischen 2011 und 2018 in der Gedenkstätte beschäftigt waren, der dortigen „Führungsetage“ sexistisches Verhalten vorgeworfen.

In dem Brief vom 8. Juni 2018 formulierten sie Anschuldigungen über „erschreckende Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster“. Aus Furcht vor beruflichen Nachteilen nannten die Betroffenen in dem Brief ihre Namen nicht.

Montag hatte Knabe seinem Stellvertreter gekündigt

Montag noch hatte Gedenkstätten-Direktor Knabe entschieden, seinen Stellvertreter Helmuth Frauendorfer, mit sofortiger Wirkung zu beurlauben. Ehemalige Mitarbeiterinnen der Gedenk- und Bildungseinrichtung hatten Frauendorfer vorgeworfen, sie unter anderem sexuell belästigt zu haben. Über seinen Anwalt hat dieser den Angaben zufolge erklärt, dass die Anschuldigungen „zum Teil wirklich berechtigt“ seien. Nun müssten diese juristisch bewertet werden, womit sich der Stiftungsrat am Dienstag beschäftigen werde, hieß es.

Bergmann-Pohl beauftragt

Knabe hatte zudem die Ärztin und ehemalige Präsidentin der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer, Sabine Bergmann-Pohl (CDU), beauftragt, die Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte zu befragen, ob sie sich im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit sexuell belästigt fühlten. Das Ergebnis der Befragungen soll in einem Abschlussbericht festgehalten werden, der auch praktische Schlussfolgerungen für ein respektvolles Zusammenarbeiten zwischen Männern und Frauen enthalten soll. Darüber hinaus werde es Schulungen für Mitarbeiter geben, um sie für das Thema zu sensibilisieren und Verhaltenshinweise zu geben.

2016 bereits Personalgespräch mit Frauendorfer

Nach Angaben der Gedenkstätte hat Knabe bereits im März 2016 ein Personalgespräch mit Frauendorfer geführt und dabei mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht. Nach einem neuerlichen Hinweis habe er im Juni 2018 Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, da ihm die Kulturverwaltung darüber keine Auskunft erteilt hatte. Das Ermittlungsverfahren war im August mangels Tatverdachts von der Staatsanwaltschaft Berlin eingestellt worden.

Finanzierung durch Land und Bund

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ging aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit hervor. Sie soll an politische Willkür und Unrecht erinnern. Die Einrichtung wird von Bund und Land finanziert.

Von Thoralf Cleven / RND / dpa

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